Albert und Anneliese Konanz-Stiftung

Mit seiner ingenieurwissenschaftlichen Hochschulausbildung gelingt es Albert Konanz, aus einem kleinen metallverarbeitenden Betrieb einfachster Produktorientierung ein innovatives Unternehmen mit modernen Produkten zu entwickeln. Im Laufe seines unternehmerischen Lebens kommt er zu der Überzeugung, dass die volkswirtschaftlich größten Zukunftspotenziale in der Ausbildung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses liegen. Da es ihm nicht vergönnt ist, eine eigene wissenschaftliche Laufbahn anzustreben und als Professor den Nachwuchs selbst auszubilden, beschäftigt er sich nach seinem Ausscheiden aus dem Geschäftsleben immer wieder mit dem Gedanken, junge Menschen, die sich der Herausforderung eines Ingenieursstudiums stellen, zu unterstützen. 

 Albert und Anneliese Konanz beschließen die Errichtung einer gemeinnützigen Stiftung zugunsten einer technischen Hochschule, um diese Förderung zu ermöglichen. Nach dem Tod von Albert Konanz gründet seine Witwe im Jahr 1997 die Albert und Anneliese Konanz-Stiftung, deren Mittel der Fachhochschule für Technik und Gestaltung in Mannheim zufließen sollen. Die Entscheidung zugunsten der Mannheimer Hochschule trifft Anneliese Konanz, weil ihr Mann die gezielte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in seiner Breite als besonders bedeutsam einschätzte. Sie ist überzeugt, dass ihr Mann, hätte er noch selbst entscheiden können, die Innovationskompetenz gerade dieser Hochschule in besonderem Maße hätte würdigen wollen. 

 Albert Konanz ist sich immer im bewusst, dass die Bereitschaft, sich auf fremde Kulturen einzulassen, sehr wichtig bei der Ausbildung junger Menschen ist. Daher entsteht 1999 mit dem Studienprogramm Interstip der erste Baustein der Albert und Anneliese Konanz-Stiftung. Dieses Programm fördert die Studierenden der Hochschule Mannheim bei ihren Studienaufenthalten im Ausland, unterstützt aber auch umgekehrt ausländische Studierende bei Gastaufenthalten an der Mannheimer Hochschule. Interstip übernimmt die Abdeckung der zusätzlichen Kosten, die bei einem Auslandsaufenthalt auf die Studierenden zukommen. Der Förderzusage geht ein Auswahlverfahren voraus, das auf anspruchsvollen Anforderungen an die studentischen Leistungen und auf strengen Auswahlkriterien zur persönlichen Bedürftigkeit beruht. 

 Für die Verdienste um die Hochschule Mannheim und die großzügige Unterstützung des Interstip-Studienprogramms wird Anneliese Konanz im Mai 2001 mit der Hochschulmedaille der Fachhochschule Mannheim - Hochschule für Technik und Gestaltung ausgezeichnet. Anneliese Konanz nimmt diese Ehrung, insbesondere im Namen ihres Mannes, gerne an. Es macht ihr Freude, dass viele der geförderten Studierenden persönlichen Kontakt zu ihr halten und ihr aus ihren Aufenthaltsländern Grüße und Kurzberichte schicken. Darüber hinaus organisiert die Hochschule Mannheim regelmäßig Informationstreffen zwischen der Stifterin und den Geförderten in Mannheim. Dies ermöglicht Anneliese Konanz am Ausbildungsfortschrittder Studierenden persönlich Anteil zu nehmen. 

 Nach dem Erfolg des Interstip-Studienprogramms entschließtsich Anneliese Konanz im Mai 2002 mit dem Albert und Anneliese Konanz-Promotionsstipendium einen zweiten Baustein für die Stiftung zu schaffen. Exzellente Absolventen der Fakultäten für Verfahrens- und Chemietechnik und für Biotechnologie werden für die Dauer von zwei Jahren gefördert, so dass sie ihren gesamten Lebensunterhalt ohne Ablenkung vom wissenschaftlichen Ziel bestreiten können. Die Mittel hierzu stellt Anneliese Konanz zusätzlich zum Stiftungskapital aus ihrem Privatvermögen zur Verfügung. 

 Am 8. November2008 stirbt Anneliese Konanz in Heidelberg. Da die Albert und Anneliese Konanz-Stiftung ihre alleinige Erbin ist, wird die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Hochschule Mannheim auch künftig und dauerhaft gesichert sein. Zu danken ist dies einem Mann, der selbst in schwerster Zeit ausgebildet wurde und aufgrund seiner hohen Begabung viel erreichte, und einer Frau, die ihrem Mann ein Fortwirken auch nach seinem Tod ermöglicht hat. 

Zusammengestellt von Dr. Monika Neubauer aus: Albert Konanz (1915 – 1993). Ingenieur – Erfinder – Unternehmer. Lebenswege im Südwesten 2. 2003, 136 Seiten. Mannheim: Pylon Verlag. – ISBN 3-9803632-7-9. Herausgegeben von Anneliese Konanz, Text von Harald Berlinghoff und Wolfram Förster.

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