Forscher der Fakultät für Biotechnologie sind schneller als die internationale Konkurrenz aus USA

Die räumliche Struktur (atomare Ebene) des Biokatalysators RosB

„Bereits zum zweiten Mal haben wir die Nase vorn“ freut sich Prof. Dr. Matthias Mack, Mikrobiologe an der Fakultät für Biotechnologie der Hochschule Mannheim über eine weitere Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“, eine der renommiertesten wissenschaftlichen Zeitschriften im Fach Chemie. Da konkurrierende Wissenschaftler an ganz ähnlichen Themen wie die Arbeitsgruppe Mack arbeiten, war es auch diesmal wichtig die Daten zur Kristallstruktur von RosB möglichst schnell und als Erster zu publizieren.

„Bereits bei der Vorläuferpublikation („Identifizierung des Schlüsselenzyms RosB der Roseoflavinbiosynthese“) im Mai 2016 waren wir, so Mack, sehr überrascht, als nur zwei Monate später die Gruppe um Prof. Dr. Tadgh Begley von der Texas A&M University einen nahezu identischen Artikel im „Journal of the American Chemical Society (JACS)“ veröffentlichte. Prinzipiell ist eine Bestätigung der eigenen Daten natürlich sehr wertvoll, aber trotzdem war dieser Artikel beunruhigend, da strukturelle Arbeiten zu RosB angekündigt wurden, mit denen wir uns bereits seit längerem beschäftigen“.

Sehr erfreulich ist, dass die neue Arbeit von den Gutachtern auch diesmal als „VIP-Paper“ eingestuft wurde, was nur bei 5 % aller akzeptierten Manuskripte der Fall ist.

Die Aufklärung der räumlichen Struktur von RosB d.h. die Anordnung der Atome des Enzyms mittels Röntgenstrukturanalyse gelang in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Biophysik (PD Dr. Ulrich Ermler) und dem ehemaligen Kollegen Prof. Dr. Roger Sandhoff (jetzt DKFZ Heidelberg), der die Arbeitsgruppe Mack auch in diesem Projekt im Hinblick auf die Analytik entscheidend unterstützte. Die Doktoranden Valentino Konjik (AG Mack) und Steffen Brünle (AG Ermler) sowie die Masterstudentin Amanda Vanselow der Hochschule Mannheim (AG Mack) haben sehr gute Daten ermittelt und auf diese Weise den Erfolg erst möglich gemacht.

Die Arbeit zu RosB ist eine wichtige Voraussetzung für das genaue Verständnis der Bildung des Antibiotikums Roseoflavin im Bakterium Streptomyces davawensis. Die Ergebnisse erlauben hoffentlich bald die biotechnologische Synthese von Roseoflavin im wirtschaftlichen Maßstab. Roseoflavin ist das einzige bekannte natürliche Riboflavin (Vitamin B2)-Analogon mit antibiotischer Wirkung. Vitaminanaloga dienen als sogenannte Leitstrukturen zur Entwicklung neuartiger Antibiotika und tragen dazu bei, das Arsenal von Antiinfektiva aufzufüllen, welches zur Bekämpfung multiresistenter bakterieller Krankheitserreger dringend benötigt wird.

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