Arbeitskreis regenerative Energiesysteme
Organisiert wird der Arbeitskreis von Prof. Dr. Iselborn. Der Arbeitskreis ...
- fördert die Zusammenarbeit der Fakultäten auf dem Gebiet der Entwicklung regenerativer Energiesysteme,
- informiert über nachhaltige Energiewirtschaft, realisierte Projekte und Tendenzen,
- unterstützt die landesweite Vernetzung der Aktivitäten auf diesem Gebiet, auch außerhalb des Hochschulbereichs,
- entwickelt ein Konzept für interdisziplinäre Lehrveranstaltungen, die die nachhaltige Energiewirtschaft berücksichtigen,
- organisiert den Vortragszyklus Regenerative Energiesysteme,
- beschäftigt sich mit den ethischen, ökonomischen und ökologischen Aspekten der nachhaltigen Energiewirtschaft.
Alle Vorträge jeweils von 17:15 bis 18:45 Uhr
Hochschule Mannheim, Gebäude B, Raum 202
Vorträge im Sommersemester 2013
21.03.2013
Aktuelle Situation auf dem Photovoltaik-Markt
Frank Illner, Eurosol
Die Situation der Photovoltaik-Branche in Deutschland und weltweit kann als revolutionär bezeichnet werden. In nur enigen Jahren hat sich die Technologie um mehr als Faktor 10 verbilligt. Damit sind einerseits ganz neue Einsatzgebiete wirtschaftlich sinnvoll und möglich, andererseits ergibt sich ein extrem scharfer Konkurrenzkampf. Täglich erscheinen neue Produkte und werden neue große Projekte veröffentlicht. Im Rahmen des Vortrags wird aus Sicht eines herstellerunabhängigen Projektierers aus der Metropol-Region eine Übersicht über die derzeit verfügbaren Technologien und Preise dargestellt. Hier konkurrieren Dünnschicht-Zellen mit klassischen monokristallinen Zellen und allen anderen Zellentypen. Welche Rolle spielen heute Montagekosten, Ausrichtung, Versicherungen und alle die anderen Aspekte? Auch ein Überblick über den auf dem Markt verfügbaren Stand von Wirkungsgraden und Hersteller-Garantien wird präsentiert. Die Darstellung einzelner Großprojekte im hiesigen Raum bilden den Abschluss eines Rundumschlages über dasThema PV.
25.04.2013
Dezentrale Energieversorgung mit Brennstoffzellenheizungen und kleinen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen– Erfahrungen eines Energieversorgungsunternehmens aus dem Feld
Wie alltagstauglich sind Brennstoffzellen und kleine Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen für das Ein- und Zweifamilienhaus? Unsere Feldtestergebnisse aus mehreren Jahren praktischem Betrieb von verschiedenen Gerätetypen im Heizungskeller zeigen nicht nur die technischen Unterschiede auf, sondern auch, welche ökologischen und wirtschaftlichen Effekte der Einsatz der Technologien im versorgten Haus hat.
Welche Vorteile haben sie gegenüber der bisherigen bekannten Hausenergieversorgung? Was ist noch zu optimieren?
Nach diesem technisch-ökonomischen Blick in die Praxis mit verschiedenen dezentralen Hausenergieanlagen werden die Möglichkeiten, aber auch Grenzen diskutiert, diese Anlagen in das Energieversorgungssystem der Zukunft einzubinden. Zu diesem Thema werden die aktuellen Arbeiten und Ergebnisse der MVV vorgestellt. Dabei geht es letztendlich um den Beitrag, den diese Anlagen z.B. zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung leisten können.
Abschließend wird aufgezeigt, was auch von Seiten der Politik getan werden kann und muss, um die Chancen dieser innovativen Technologien für die Nutzer, die Hersteller, die Energieversorgen und auch die Volkswirtschaft zu nutzen.
Dr. Doris Wittneben, MVV Energie, Stabsabteilung Technologie und Innovation
23.05.2013
Solares Kühlen: thermisch oder elektrisch?
Prof. Dr. Ursula Eicker, HAW Stuttgart
Solare Einstrahlung und Kühlbedarf fallen zeitlich zusammen und solares Kühlen ermöglicht hohe Primärenergieeinsparungen bei gleichzeitig hohen solaren Deckungsgraden. Viele Jahre stand die thermische solarenergienutzung zusammen mit Sorptionskältetechnik im Vordergrund von Forschungs- und Demonstrationsprojekten. Durch die starke Kostenreduktion von Photovoltaiksystemen und dem Wunsch nach hohem Eigenstromverbrauch wird die elektrische Kühlung mit Photovoltaik zunehmend interessanter. Im Vortrag werden Vor- und Nachteile beider Systemansätze zusammen mit Kosten/Nutzen Analysen diskutiert.
Vorträge im Wintersemester 2012/13
25.10.2012
Bedeutung der Windenergie in unserer Region
Dipl.-Ing. Franz Mitsch, ESM Energie- und Schwingungstechnik GmbH, Rimbach
Der Vortrag beleuchtet folgende Thesen:
- Strom aus Windenergie kann in unserer Region umweltfreundlich und wirtschaftlich produziert werden
- Windenergie fördert Innovationen und schafft neue Arbeitsplätze
- Es müssen, werden und können 100 % des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energieträgern produziert werden
15.11.2012
Die Strategie der Landesregierung Rheinland-Pfalz zum Ausbau der Windenergie
Dr. Bernhard Braun MDL, Vorsitzender der Kommission Regenerative Energien im Landtag Rheinland-Pfalz
Die Energiewende ist inzwischen in der BRD ein gesetztes polititsches Ziel. Dieses muss in den nächsten Jahren mit Inhalten gefüllt werden. Während für Wasserkraft keine wesentliche Steigerung mehr möglich ist und für Solarenergie immer eine Bevorzugung südlicher Länder zu erwarten ist, ist die Bundesrepublik Deutschland ein idealer Standort für Biomasse und vor allem Windenergie. Gerade Schwachlastkraftwerke erscheinen wegen ihrer hohen jährlichen Betriebsstundenzahl für Installationen im Binnenland sehr geeignet. Im Vortrag werden die Ausbaupläne für Windenergie in Rheinland-Pfalz konkretisiert und im Kontext mit anderen regenerativen Energieträgern dargestellt.
Der Referent ist Landesabgeordneter im Landtag Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Kommission Regenerative Energien im Landtag.
13.12.2012
Können Dünnschichtsolarzellen die klassischen c-Si-Materialien ergänzen oder sogar ersetzen?
Dr. Herbert Rübel
Der Markt für Solar (PV)-Module wird weiterhin beherrscht von der kristallinen Si-Technologie, die weltweit bedeutende Anstrengungen unternimmt Wirkungsgrad und Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Alternativen und Konkurrenten könnten in Zukunft die Dünnschichtsolarzellen werden, die schon einen gewissen Marktanteil halten. Die Materialalternativen sind dabei Si-Dünnschichtmaterialien, CIGS und CdTe.
Über Technologie, Ressourcenverfügbarkeit und wirtschaftlichen Kenngrößen wird umfassend berichtet.
Vorträge im Sommersemester 2012
22.03.2012
Oberflächennahe Erdwärme für den Privatbereich: Stand und Ausblick
Dipl.-Geologe Erik Stephan, Erdwärme Südwest, Lorch
Abstract: Erdwärmeanlagen stellen im Neubaubereich die effizienteste Heiz- und Kühltechnik dar. Der Vortrag erklärt anhand zahlreicher Praxisbeispiele die Funktionsweise und den Anwendungsbereich von Wärmepumpen, vergleicht verschiedene Wärmequellen, ihre Erstellung und die Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Bei doppelter Effizienz gegenüber Gasbrennwertthermen stellt sich dennoch die Frage, ob Erdwärmeanlagen langfristig effizient genug sind. Wie werden Gebäude in zehn Jahren geheizt und gekühlt?
19.04.2012
Wertschöpfung aus intelligenten Netzstrukturen - vom lokalen Energiemanagement zum virtuellen Kraftwerk
Prof. Dr. Ralf Simon, TSB - Transferstelle für rationelle und regenerative Energienutzung, Bingen
Abstract:: Virtuelle Kraftwerke dienen der energiewirtschaftlich optimierten Einsatzsteuerung dezentraler Energieerzeuger und -verbraucher. Dabei gilt es, die verschiedenen, voneinander unabhängig arbeitenden Einheiten zu einer nach außen hin gemeinsam wirkenden Einheit zusammenzufassen. Durch dieses zeitweise Zusammenschalten von Anlagen lassen sich gemeinsam Märkte erobern, welche der einzelnen Anlage rechtlich oder wirtschaftlich nicht zur Verfügung stehen. Letztendlich bedeutet dies eine zusätzliche Wertschöpfung für alle Beteiligten. Die Einführung des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 in produzierenden Gewerben schafft die benötigte Transparenz auch für die Erkennung von Flexibilitäten. Gerade solche flexible Stromerzeuger bzw. –verbraucher können in einem intelligenten Netz eingesetzt werden, um Systemaufgaben im Bereich der Stromnetzführung zu bewältigen.
24.05.2012
Anschluss von Offshore Windparks über HGÜ
Dr. Weber, Schneider Electric
Abstract: In der Nordsee wird die erzeugte Energie der Offshore-Windparks an vier Stellen auf See gebündelt und über leistungsstarke Verbindungen an Land gebracht. Der Einsatz von HGÜ zur Anbindung dieser vier Cluster ergibt sich aus den gestellten Leistungsanforderungen und den zu überbrückenden Distanzen. Die Offshore-Windparks werden in einem Drehstromnetz angeschlossen und an die Cluster-Stationen angeschlossen. Der Vortrag will einen Überblick über die eingesetzte Technologie geben sowie Lösungen für die Offshore-Windparks aufzeigen.
14.06.2012 - Aula, Gebäude C
Die kalte Sonne - Neue Erkenntnisse der Klimaforschung und ihre Konsequenzen
Dr. habil. Sebastian Lüning, RWE Dea, Hamburg
Abstract: Das Klima der vergangenen 10.000 Jahre war durch ausgeprägte Temperaturschwankungen gekennzeichnet, die synchron zur Sonnenaktivität verliefen. Die Erwärmung der vergangenen 150 Jahre ist Teil dieses natürlichen Klimazyklus, der zusätzlich noch vom Klimagas CO2 verstärkt wurde. Zahlreiche aktuelle Studien weltweit unterstreichen, dass die Sonne eine viel stärkere Klimawirkung besitzt als derzeit noch vom Weltklimarat IPCC angenommen. Entgegen den Prognosen des Weltklimarates pausiert die Erderwärmung seit nunmehr über zehn Jahren. Auch die nächsten Jahrzehnte wird es aufgrund natürlicher Ursachen eher zu einer leichten Erdabkühlung kommen, die vom CO2 vorerst nicht ausgeglichen wird. Der Weltklimarat überschätzt die Erwärmungswirkung des CO2. Selbst bei steigenden CO2-Emissionen wird die Erwärmung in diesem Jahrhundert 2°C nicht überschreiten. Dies bietet Zeit, erneuerbare Energieträger zielgerichtet auszubauen und die Energiewende ökonomisch vernünftig und nachhaltig zu gestalten.
Vorträge im Wintersemester 2011/2012
13.10.2011
Energiespeicher - missing link in der Energieversorgung
Dr. Peter Eckerle, Clustermanagement StoREgio, Geschäftsführer
Weltweit gewinnt der Umbau der Energieversorgung auf eine weitgehende Nutzung Erneuerbarer Energien an Bedeutung. Die Integration hoher Anteile fluktuierender Erneuerbarer Energien bietet große technische, aber auch ökonomische und soziologische Herausforderungen. Bei deren Bewältigung spielen integrierte Energiespeichersysteme und deren Steuerung in dezentralen, intelligenten Netzen eine Schlüsselrolle, um eine sichere,zuverlässige und wirtschaftliche Energieversorgung zu gewährleisten.
Der kumulierte weltweite Bedarf an Energiespeichersystemen bis 2030 wird bei deutlichüber 300 Mrd. Euro erwartet, bei jährlich exponentiell steigendem Wachstum.
24 Unternehmen und 16 akademische Institutionen haben sich zu dem gemeinsamen Großprojektantrag beim BMBF mit Namen „StoREgio“ zusammengetan, um durch Bündelung und Vernetzung ihrer Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette die hierzu notwendigen Entwicklungen durchzuführen und damit für den Standort Deutschland, seine Partner und deren Beschäftigte nachhaltig hohe Wertschöpfungspotentiale zu realisieren.
Im Vortrag wird über Stand und Aussichten des Projekts berichtet.
10.11.2011
Aufbau und Betrieb einer Mikrogasturbine
Prof. Dr. Jörg Kapischke, Hochschule Ansbach, Studiengang Energie- und Umweltsystemtechnik
Mikrogasturbinen werden vorwiegend im geringen Leistungsbereich der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung und Notstromversorgung eingesetzt. Die drehzahlvariablen Einwellenanlagen können mit bis zu hunderttausend Umdrehungen pro Minute rotieren. Auf der durchgehenden Turbinenwelle befinden sich sowohl Kompressor, Turbine als auch Generator. Bestimmte Maschinen kommen ohne Verwendung von Schmierstoffen und Kühlung aus. Die wenigen bewegten Komponenten und das Ausbleiben des Ölwechsels erhöhen generell die Verfügbarkeit des Energiewandlers. Darüber hinaus weisen Mikrogasturbinen niedrige Emissionen auf. Im Gegensatz zu den Gas-Ottomotoren geben die Aggregate ihre thermische Energie vollständig im Abgas auf einem hohen Temperaturniveau ab. Zunehmend sollen Mikrogasturbinen in der Anwendung von schwachkalorigen Gasen eingesetzt werden, weil sie diese zuverlässiger umsetzen können als Verbrennungsmotoren.
Vor diesem Hintergrund widmet sich der Vortrag speziell den Themen Aufbau einer Mikrogasturbine, Leistungsregelung, Einflüsse der eingesetzten Brenngase und Anwendungsgebiete.
08.12.2011
Eine zukunftsfähige Energieversorgung - aktuelle Strategien bis zur Jahrhundertmitte
Dr. Joachim Nitsch, Gutachter und Berater im Bereich Innovative Energiesysteme. Hauptautor der "Leitszenarien" für das Bundesumweltministerium
Bereits kurz- und mittelfristig verlangen die spürbaren und sich weiter verschärfenden Klimaveränderungen sowie die sich abzeichnende Verknappung von Öl und Erdgas eine deutliche Veränderung in der Art unserer Energiebereitstellung und -nutzung. Kernenergie kann dafür nicht in nennenswertem Ausmaß zur Verfügung stehen. Längerfristig müssen daher erneuerbare Energiequellen die fossilen Energieträger vollständig ersetzen.
Auf der Basis aktueller Ausbauszenarien („Leitszenarien“ für das BMU; Szenarien zum Energiekonzept der Bundesregierung; Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022) wird am Beispiel Deutschlands der Weg des notwendigen Umbaus der Energieversorgung vorgestellt. Über die Argumente um Klimawandel und Umweltschutz hinaus werden weitere Eigenschaften erneuerbarer Energien erläutert: ihr fluktuierendes Angebot, ihre dezentralen Einsatzmöglichkeiten und die daraus resultierenden Anforderungen, ihre volkswirtschaftliche Bedeutung und ihre Exportpotenziale für die deutschen Unternehmen der Branche der erneuerbaren Energien. Auch auf die weltweiten Perspektiven und Randbedingungen wird eingegangen.
Sommersemester 2011
07.04.2011
Reliability of the electrical components and the impact on bankability:
What do investors expect from the components of a PV system?
Dipl.-Ing. Matthias Graf von Armansperg, MBA, Accelios Solar GmbH
Die Finanzierung von PV-Projekten wird immer anspruchsvoller. Banken werden zunehmend kritisch, und oft gibt es kein ausreichendes Vertrauen in PV-Projekte. Größere finanzielle Reserven müssen eingeplant werden, eine höhere Risikobewertung für das Risikomanagement ist notwendig, niedrigere Preise pro kWh werden erzielt. Deshalb müssen das Gesamtsystem und seine Kosten optimiert werden.
Wie überzeugt man Banken, dass eine PV-Anlage zuverlässig arbeitet? Welche Bedeutung haben Komponenten für eine Bankfähigkeit? Welche Art von Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Wartung, Lebensdauer, Austausch von Ersatzteilen kann erwartet werden und welche Maßnahmen sind zu treffen? Was bestimmt die Lebensdauer der Komponenten? Was bieten die Komponenten-Hersteller als Sicherheitsgarantien? Welche Erwartungen haben die Banken? Welche Finanzierungsoptionen bestehen? Was betrifft Versicherungen? Welche Arten von Wartungsverträgen existieren?
Hinweis: Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten.
05.05.2011
Silicium-Dünnschichttechnologie für PV-Anwendungen - Der Weg vom Labor in die industrielle Umgebung
Dr. Herbert Rübel, Schott Solar Putzbrunn, Leiter Qualitätssicherung und Patente
Amorphes Silizium (a-Si) ist eine Mustersubstanz für einen nichtkristallinen Halbleiter, dessen elektrische und elektronische Eigenschaften erlauben, es für hochwertige Anwendungen einzusetzen. Dabei ist die Solarzelle die bekannteste und die populärste. Von der Substanz als wissenschaftlichem Objekt kommt man zur gezielten Materialentwicklung im Sinne der Anwendung und zur Konzeption der Zelle (Zelldesign) inklusive proof of concept. Über eine zwischengeschaltete Technikumsphase testet man die Aufskalierbarkeit der Prozesse (Materialabscheidung, Homogenität über die Fläche, Flächenverluste u. a.) und die Konstruktion eines "fertigen" PV-Moduls. In einer Pilotphase wird die Reproduzierbarkeit aller Herstellprozesse (großflächige Abscheidung, integrierte Serienverschaltung, Kapselung) sowie die wirtschaftliche Herstellbarkeit (im Wesentlichen sind das die Parameter Durchsatz und Ausbeute) nachgewiesen. Im Falle eines aussichtsreichen Businessplans und einer damit einhergehenden positiven Investitionsentscheidung transferiert man die Technologie in ein industrielles Umfeld (hier: Multi-MW-Anlage) und bedient den nachfragenden Markt. Über ein praktisches Beispiel, das alle genannten Phasen enthält, wird hier berichtet.
26.05.2011
Klärschlammvergasung. Ein innovatives Hochtemperaturverfahren zur Energiegewinnung am Beispiel der Kläranlage Mannheim
Dipl.-Ing.(FH) Christian Burgbacher, Geschäftsführer Kopf Syngas GmbH
In Deutschland fallen jährlich mehr als 2 Millionen Tonnen Klärschlammtrockenmasse an. Davon werden bislang immer noch über 500.000 Tonnen in die Landwirtschaft ausgebracht. Feinere Analysemethoden haben gezeigt, dass viele unerwünschte Schadstoffe(Arzneimittelrückstände, Hormone und hormonähnliche Substanzen) nicht abgebaut werden können und sich im Klärschlamm anreichern. Somit gelangen sie dorthin, wo man sie eigentlich nicht haben will. Dabei hat getrockneter Klärschlamm einen Energieinhalt wie schlechte Braunkohle und kann somit zur Energieerzeugung genutzt werden.
In diesem Vortrag wird ein neuentwickeltes Hochtemperaturvergasungsverfahren vorgestellt, bei dem aus getrocknetem Klärschlamm ein klassisches Synthesegas erzeugt wird. Das Gas wird zusätzlich aufbereitet und kann in einem Blockheizkraftwerk zur Erzeugung elektrischer Energie oder durch Verbrennung zur Schlammtrocknung bzw. für andere Zwecke eingesetzt werden. Übrig bleibt ein rein mineralisches Granulat. Anhand der Vergasungsanlage auf der Kläranlage Mannheim wird das Verfahren erklärt sowie der sich daraus ergebende Nutzen und die Vorteile erläutert.
Wintersemester 2010/2011
21.10.2010
Biomasse versus Fotovoltaik - Wettstreit zweier regenerativer Energieträger
Dr. Martin Pehnt, Wissenschaftlicher Vorstand/Fachbereichsleiter Energie, ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung, Heidelberg
Die Ziele der Bundesregierung für erneuerbare Energien sind ambitioniert: mindestens 30 % der Stromerzeugung und 14 % der Wärmenachfrage sollen 2020 aus erneuerbaren Energieträgern stammen. Biomasse und Solarenergie sind zwei wichtige Säulen dieser Strategie. Ökobilanz, Potenziale, Kosten, aber auch der energiewirtschaftliche Wert dieser beiden regenerativen Energieträger im Vergleich – wie geht der Wettstreit aus?
11.11.2010
EEG-Anlagen im Nieder- und Mittelspannungsnetz
Dipl.-Ing. Norbert Polster, Dipl.-Ing. Thomas Cieslok, Dipl.-Ing. Jochen Wagner Stadtwerke Heidelberg Netze GmbH
Stromversorgungsnetze wurden „klassisch“ mit zentraler Einspeisung der Kraftwerke in Hoch- und Höchstspannungsnetze ausgelegt. Mit der Subventionierung von Eigenerzeugungsanlagen aus regenerativen Energien, z.B. Photovoltaik-Anlagen, Windkraftwerke usw., ist die Anzahl neu in die Netze einzubindender, dezentraler Kleinkraftwerke in den letzten Jahren sehr stark angestiegen und steigt immer weiter an. Der „Anschlusszwang“, die Einbindung dieser Kraftwerke in bestehende Netze stellt die Netzbetreiber vor neue Herausforderungen hinsichtlich Regelbarkeit, Netzspannungshaltung, Versorgungssicherheit u.v.a. Aspekte mehr.
Im Vortrag werden die Anforderungen an den Netzbetrieb an ausgewählten Beispielen im Netzgebiet der Heidelberger Stadtwerke Netze GmbH erläutert, dargelegt, inwieweit die bestehenden Netze schon in der Lage sind, diese Anforderungen zu erfüllen, und die daraus ableitbaren technischen und wirtschaftlichen Konsequenzen für Netzbetreiber und Endkunden aufgezeigt.
09.12.2010
Bioethanol als regenerativer Energieträger: Herstellung und Anwendung
Dr. Jörg Bernard, Leiter Food & Non-Food Technology, Südzucker AG - Zentralabteilung Forschung, Entwicklung, Services
Der erste Schwerpunkt des Vortrages wird sich mit den Herstellmethoden von Bioethanol aus verschiedenen Rohstoffen (Getreide, Zuckerrüben) befassen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist hier die Einbindung von Kuppelprodukten interessant, also Produkten, die außer dem Ethanol weitere Wertprodukte darstellen und gleichzeitig produziert werden können.
Ausgehend von den physikalisch-chemischen Daten von Ethanol werden in einem zweiten Kapitel die Anwendungsmöglichkeiten im Kraftstoffbereich vorgestellt. Die für Ottokraftstoffe geltenden umweltpolitischen und normativen Vorgaben werden dabei ein Hauptaugenmerk sein. Dies umfasst z.B. die Verwendung in Kraftstoffmischungen mit bis zu 85 % Ethanol.
Auch die Einsatzmöglichkeiten von Bioethanol als Betriebsstoff für Brennstoffzellen werden erläutert. Zukünftige Szenerien über die erwarteten Qualitäten von Ottokraftstoff schließen den Vortrag ab.
Sommersemester 2010
15.04.2010
Wechselrichter zur Netzkopplung von Photovoltaik-Anlagen - Stand der Technik und Trends
Dr.-Ing. Mike Meinhardt, SMA Solar Technology AG, Niestetal
Die Hauptaufgabe eines PV-Wechselrichters besteht in der Umwandlung des vom Solargenerator abgegebenen Gleichstroms in netzkonformen Wechselstrom mit einem möglichst hohen Umwandlungswirkungsgrad. Gleichzeitig ist der Wechselrichter verantwortlich für den optimalen Betrieb des Solargenerators am Punkt der maximalen Leistungsabgabe (MPP-Tracking) und die Netz- und Anlagenüberwachung. Der Wechselrichter ist daher maßgeblich für den energetischen Ertrag und damit auch die Wirtschaftlichkeit einer netzgekoppelten Photovoltaik(PV)-Anlage verantwortlich.
Die wichtigsten Herausforderungen bei der Entwicklung von Photovoltaik-Wechselrichtern sind Maximierung des Umwandlungswirkungsgrades, die Reduktion der leistungsspefischen Wechselrichterkosten bei gleichzeitiger Erhöhung der Betriebszuverlässigkeit und optimale Integration der Wechselrichter in das öffentliche Stromversorgungsnetz.
In diesem Vortrag wird dargestellt, in welcher Weise "Power Electronic Packaging" als Schlüssel zur Kostenreduktion bei gleichzeitig hoher Zuverlässigkeit dienen kann. Es werden die Wege zur Wirkungsgradverbesserung bei PV-Wechselrichtern beschrieben, die zu Wechselrichterwirkungsgraden in der Serie von über 98% geführt haben. Des weiteren werden zukünftige Trends bei PV-Wechselrichtern vorgestellt.
06.05.2010
Technische Lösungen zur Erhöhung der Klimaverträglichkeit bei der
Stromerzeugung am Beispiel der CO2-Abscheidung und Speicherung
Dipl.-Ing. Armin Schimkat, ALSTOM Power Systems GmbH, Mannheim
Die Erhöhung der Klimaverträglichkeit bei der Stromerzeugung durch die Bereitstellung von geeigneten technischen Lösungen ist eines der obersten Ziele vieler Energieversorger und Kraftwerkshersteller weltweit. Zur Verwirklichung dieses Zieles werden verschiedene technische Maßnahmen verfolgt. Neben der Wirkungsgradsteigerung sowie erneuerbaren und nuklearen Energieoptionen spielt dabei die Abscheidung und anschließende Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage - CCS) eine entscheidende Rolle im zukünftigen Energiemix. Aktuell werden von den in dieser Technologie engagierten Firmen und wissenschaftlichen Einrichtungen zahlreiche vielversprechende Lösungen zur CO2-Abscheidung basierend auf Post-Combustion-, Pre-Combustion- und Oxyfuel-Prozessen sowohl für Bestands- als auch für Neuanlagen entwickelt und in weiteren Schritten für den großtechnischen Einsatz qualifiziert.
10.06.2010
E-Energy - Der Energiemarktplatz
Dipl.-Ing.(FH) Barbara Doersam, M.Sc., MVV Energie AG, Mannheim
Energieeffizienz und Informationstechnologie hatten bisher wenig miteinander zu tun. Das ändert sich gerade. Ziel ist ein "Internet der Energie". Das Bundesministerium für Wirtschaft hat für dieses neue Innovationsfeld den Begriff "E-Energy" geprägt. Er steht analog zu den Bezeichnungen E-Commerce oder E-Government für die umfassende digitale Vernetzung und Optimierung des Energieversorgungssystems - von der Erzeugung über die Verteilung bis hin zum Verbrauch. So ist es möglich, die vorhandene Versorgungsstruktur besser zu nutzen, erneuerbare Energien auszubauen und CO2-Emissionen zu reduzieren.
Im Vortrag werden die Entwicklung des künftigen Strommarktes näher erläutert und speziell auf das Forschungsprojekt „Modellstadt Mannheim“ eingegangen, das als ein Testfeld neben mehreren anderen dieses Forschungsvorhaben umsetzt.
22.10.2009
Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz
Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Mombauer, Hochschule Mannheim
Windenergie- und Photovoltaikanlagen kommen in immer größeren Leistungen ins Netz. Die Kraftwerkseigenschaften von Wind- und Solarparks und die daraus resultierenden Anforderungen an die statische und dynamische Netzstützung verdienen besondere Beachtung. Zusätzlich sind bereits im Planungsstadium umfangreiche Überlegungen zu Netzrückwirkungen anzustellen. Die Technische Richtlinie zur Beurteilung von Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz sowie die FGW-Richtlinien sind neu erschienen.
Um eine Netzanschlusszusage am Mittelspannungsnetz zu erhalten, wird zukünftig ein Anlagenzertifikat für alle Erzeugungsanlagen (z.B. Wind, PV, Biomasse etc.) benötigt. WEA benötigen ein Sachverständigengutachten/Anlagenzertifikat entsprechend SDLWindVerordnung des EEG 2009.
Ausgehend von dem Konzept der elektromagnetischen Verträglichkeit werden die elektrischen Eigenschaften von Erzeugungsanlagen nach den neuen technischen Regeln im Überblick dargestellt und an Beispielen zu Oberschwingungen und zur Spannungshaltung erläutert.
19.11.2009
Die Entwicklung hoch effizienter Gasmotoren als Antrieb für Blockheizkraftwerke
Olaf Berger, Rolf Coester, Robert Böwing, Karsten Spreitzer, Karl Stellwagen, Diethard Plohberger (Referent), mwm Mannheim
Blockheizkraftwerke nutzen die Primärenergie bis nahezu 90% aus und sind somit die effizientesten Kraftwerke. Diese werden heute überwiegend von Gasmotoren angetrieben. Nicht nur umweltfreundliches Erdgas, sondern auch regenerative Biogase dienen als Brennstoff.
In diesem Vortrag wird die Technik der Gasmotoren, ihre Vorzüge, aber auch die Herausforderungen beschrieben. Das vom ersten Tag an mit dem Gasmotor verbundene Unternehmen MWM zeigt am Beispiel der heute gebauten, modernen Motorenfamilien die Entstehung und die Eigenschaften dieser faszinierenden Maschinen am Kreuzungspunkt zwischen PKW- und LKW Motor einerseits und Großmaschinenbau andererseits.
Der Großgasmotor besitzt Eigenschaften von vielen anderen Motorgattungen. Wegen der höheren Leistungsdichte und der universelleren Einsatzmöglichkeiten haben sich Gasmotoren, die nach dem Magerprinzip arbeiten durchgesetzt. Der Magermotor arbeitet nach dem ottomotorischen Prinzip bei Luftverhältnissen von ca. 1,8 an der technischen Grenze der Verbrennung. In diesem Bereich werden die Emissionen niedrig und der Wirkungsgrad hoch gehalten. Die Zündung stammt ursprünglich vom PKW und Motorrad. Die hohen Drücke in den Zylindern erfordern Konstruktionsprinzipien wie bei Dieselmotoren. Die geforderte Lebensdauer von über 60.000 Betriebsstunden bei überwiegend Volllast ist für die Konstruktion der Motoren und die Wahl der geeigneten Materialien eine Herausforderung und erfordert langjährige Erfahrung und Optimierung. Die hohe spezifische Motorleistung verlangt nach hohen Aufladegraden und damit nach Turboladern, deren Einzelleistung jener von großen Motoren gleichkommt, so dass sich insgesamt eine Kombination aus Kolben- und Turbinenmotor ergibt.
Die Motoren selbst sowie die Komponenten und Verfahren, ebenso wie die Entwicklungseinrichtungen und -methoden werden vorgestellt. Zum Abschluss wird ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben.
17.12.2009
Wechselrichter zur Netzkopplung von Photovoltaik-Anlagen - Stand der Technik und Trends
Dr.-Ing. Mike Meinhardt, SMA Solar Technology AG, Niestetal
Die Hauptaufgabe eines PV-Wechselrichters besteht in der Umwandlung des vom Solargenerator abgegebenen Gleichstroms in netzkonformen Wechselstrom mit einem möglichst hohen Umwandlungswirkungsgrad. Gleichzeitig ist der Wechselrichter verantwortlich für den optimalen Betrieb des Solargenerators am Punkt der maximalen Leistungsabgabe (MPP-Tracking) und die Netz- und Anlagenüberwachung. Der Wechselrichter ist daher maßgeblich für den energetischen Ertrag und damit auch die Wirtschaftlichkeit einer netzgekoppelten Photovoltaik(PV)-Anlage verantwortlich.
Die wichtigsten Herausforderungen bei der Entwicklung von Photovoltaik-Wechselrichtern sind Maximierung des Umwandlungswirkungsgrades, die Reduktion der leistungsspefischen Wechselrichterkosten bei gleichzeitiger Erhöhung der Betriebszuverlässigkeit und optimale Integration der Wechselrichter in das öffentliche Stromversorgungsnetz.
In diesem Vortrag wird dargestellt, in welcher Weise "Power Electronic Packaging" als Schlüssel zur Kostenreduktion bei gleichzeitig hoher Zuverlässigkeit dienen kann. Es werden die Wege zur Wirkungsgradverbesserung bei PV-Wechselrichtern beschrieben, die zu Wechselrichterwirkungsgraden in der Serie von über 98% geführt haben. Des weiteren werden zukünftige Trends bei PV-Wechselrichtern vorgestellt.