Rechtliches

Viele Erleichterungen sind gesetzlich vorgegeben und wurden von der Hochschule im Rahmen des eigenen Satzungsrechts umgesetzt. Hier finden Sie spezielle gesetzliche Regelungen und Regelungen der Studienprüfungsordnung zur Vereinbarkeit von Studium und Familienpflichten.

Die Hochschule Mannheim berücksichtigt als familienfreundliche Hochschule die Bedürfnisse und besonderen Voraussetzungen von Studierenden mit Familienaufgaben bei der Gestaltung des Studienverlaufs, bei Fristen für Studien- und Prüfungsleistungen und bei der Organisation des praktischen Studiensemesters (§ 3 Abs. 7 StuPo BA, § 3 Abs. 5 StuPo MA).

Studierende der Hochschule Mannheim können sich bei Fragen rund um das Thema und Beratungsbedarf gerne unter der E-Mail Adresse: familie@hs-mannheim.de an Frau Prof.Dr.Törnig wenden. In persönlichen Beratungsgesprächen können Studien-Gestaltungsmöglichkeiten aber auch Krisensituationen oder Probleme besprochen werden, sodass für die jeweiligen Studierenden eine individuelle Unterstützung bei der Vereinbarkeit von familiären und studentischen Aufgaben geleistet werden kann. Nachfolgende Übersicht beinhaltet die wichtigsten (rechtlichen) Themen beim Studieren mit Kind(ern) und informiert ebenso über die (damit potentiell verbundene) Antragstellung. Diese Aufstellung orientiert sich u.a. an der Broschüre „Studieren mit Kind in Mannheim – ein Leitfaden für studierende Eltern“ des Studierendenwerks Mannheim sowie den relevanten aktuellen Gesetzestexten.

Vollzeit/Teilzeit

Prinzipiell soll jeder Studiengang an der Hochschule Mannheim auf Antrag in Teilzeit studiert werden können. Voraussetzungen dafür ist u.a. die Erziehung eines Kindes unter 12 Jahren (§ 2 Nr 1 und 3 Teilzeitstudiensatzung). Ein Teilzeitstudium zu beantragen bedeutet, dass der Antragsteller eine längere Regelstudienzeit als die regulären sieben Semester zur Verfügung hat, aber auch, dass er nicht mehr als 50% der Prüfungsleistungen pro Semester absolvieren darf. Das Angebot der Lehrveranstaltungen gilt für Teilzeitstudierende ebenso wir für Vollzeitstudierende, d.h., dass Studierende in Teilzeit ggf. zwei Semester warten müssen, bevor eine Lehrveranstaltung wieder angeboten wird. Gemäß § 7 Abs. 2 StuPo (2) regeln die Fakultäten, ob diese Anmeldung durch die Studierenden selbst vorgenommen wird,  oder ob alle Studierenden eines bestimmten Studiensemesters pauschal angemeldet werden. Ebenso regeln die Fakultäten, wie und bis wann Abmeldungen möglich sind. Insbesondere beim Teilzeitstudium müssen die Studierenden sich um die An- und Abmeldungen der Prüfungsleistungen kümmern, welche sie aufgrund des Teilzeitstudiums nicht erbringen wollen/können. Dies muss auf Antrag im Prüfungsamt geschehen. Auch der (formlose!) Antrag auf Teilzeit muss zur Genehmigung dem Prüfungsamt vorgelegt werden. 

Rücktritt von Prüfungen wegen Krankheit:

Die Krankheit eines Kindes oder eines zu pflegenden Angehörigen ist der Krankheit des studierenden Elternteils gleichzusetzen (§ 12 Abs. 2 StuPo BA, § 10 Abs. 2 StuPo MA). Das bedeutet, dass studierende Eltern von einer angemeldeten Prüfungsleistung nicht nur zurücktreten können, wenn sie selber erkrankt sind, sondern auch, wenn ihr Kind oder ihr zu pflegender Angehöriger erkrankt ist. In beiden Fällen muss unverzüglich beim Prüfungsamt ein ausgefülltes Formular Abmeldung von Prüfungsleistungen wegen Krankheit in Verbindung mit einem ärztlichen Attest inkl. Befund(!) vorgelegt werden. 

Fristen Prüfungsleistungen/ Studienarbeiten

  • Bearbeitungszeit: Macht jemand glaubhaft, dass es wegen länger andauernder oder ständiger körperlicher Behinderung oder chronischer Erkrankung nicht möglich ist, Prüfungsleistungen ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen, so wird vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gestattet, die Prüfungsleistungen innerhalb einer verlängerten Bearbeitungszeit oder gleichwertige Prüfungen in einer anderen Form zu erbringen. Dazu kann die Vorlage eines ärztlichen Attests verlangt werden (§ 8 Abs.2 StuPO). 
  • Wiederholungsprüfung: Nicht bestandene Prüfungsleistungen dürfen (mit Ausnahme des Praxissemesters und der Abschlussarbeit) ZWEIMAL wiederholt werden (§ 14 Abs. 1 StuPO BA, § 12 Abs.1 StuPo MA). Wiederholungsprüfungen in Pflichtmodulen sollen spätestens im Rahmen der Prüfungstermine des jeweils folgenden Semesters abgelegt werden (§14 Abs. 2 StuPo BA, § 12 Abs. 3 StuPo MA). Voraussetzung für eine zweite Wiederholungsprüfung (= Drittversuch) ist eine Studienfachberatung durch die jeweilige Fakultät (§ 14 Abs.3 StuPo BA, § 12 Abs. 4 StuPo MA).  

Praxissemester

Im Bachelorstudiengang ist gemäß § 4 Abs. 2 StuPO BA  ein praktisches Studiensemester in einem Betrieb oder in einer anderen Einrichtung der Berufspraxis abzuleisten. Dieses umfasst 100 Präsenztage. Auch hier sind Flexibilisierung bis hin zur Reduzierung auf eine Halbtagstätigkeit über die Dauer von 2 Semestern möglich.

Fristen Abschlussarbeiten (Bachelorarbeit, Masterarbeit)

  • Bearbeitungszeit: Gemäß § 8 Abs. 2 StuPo BA, § 6 Abs. 2 StuPo MA können Studierende Eltern, auch für die Erstellung der Abschlussarbeit eine Fristverlängerung beantragen. 
  • Der Prüfungsanspruch und die Zulassung für den Studiengang erlöschen, wenn die Bachelor- oder Masterarbeit nicht spätestens zwei Studiensemester nach dem in § 6 Abs. 3 StuPo BA, § 5 Abs. 1 StuPo MA festgelegten Zeitpunkt erbracht sind, es sei denn, die Fristenüberschreitung ist nicht zu vertreten.
  • Der Antrag auf Fristverlängerung (ggf. inkl. Nachweis, ärztlichem Attest o.ä.) muss rechtzeitig beim Vorsitzenden des Prüfungsausschusses der jeweiligen Fakultät eingereicht werden. 

Mutterschutz:

Das Mutterschutzgesetz (MuSchG) gilt ab dem 1. Januar 2018 auch für Studentinnen, soweit Ort, Zeit und Ablauf einer Ausbildungsveranstaltung verpflichtend vorgegeben sind oder sie im Rahmen der hochschulischen Ausbildung verpflichtend ein Praktikum absolvieren müssen (§ 1 Abs. 2 Nr. 8 MuSchG). Anders als bisher (Nachteilsausgleich auf Antrag) muss Mutterschutz damit grundsätzlich und ohne Antrag gewährt werden. 

Somit sind Studierende Frauen nicht verpflichtet,während des gesetzlichen Mutterschutzes sechs Wochen vor und i.d.R. acht Wochen nach der Geburt (§ 3 Abs. 1 und 2 MuSchG;§ 6 Abs.1 MuSchG) Prüfungsleistungen abzulegen (§ 3 Abs. 8 StuPo BA, § 3 Abs. 6 StuPo MA). Nicht verpflichtet zu sein bedeutet aber auch, dass sie Prüfungsleistungen ablegen dürfen. Falls sie sich für Prüfungen anmelden, dürfen sie wegen eigener Krankheit oder Krankheit ihres Kindes regulär von der Prüfung zurücktreten. Schwangere Frauen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen nicht beschäftigt werden. Sie dürfen u.a. nicht schwer heben und keiner Arbeit nachgehen, „bei denen sie schädlichen Einwirkungen von gesundheitsgefährdenden Stoffen oder Strahlen von Staub, Gasen oder Dämpfen (Labor!), von Hitze, Kälte oder Nässe, von Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt sind.“ (§ 4 MuSchG)

Infoblatt für Studierende

Vordruck: Meldung einer Schwangerschaft / Stillzeit

Vordruck: Erklärung hinsichtlich der Teilnahme an Abend-, Wochenend-/ Feiertagsveranstaltungen

Elternzeit:

Studierende Eltern haben einen Anspruch auf Elternzeit bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres ihres Kindes (§ 15 Abs. 2 BEEG). Die acht Wochen Mutterschutz nach der Geburt (§ 3 Abs. 2 MuSchG) zählen nicht extra, werden also der Elternzeit angerechnet. Die Elternzeit ist dem Arbeitgeber, in diesem Fall dem Prüfungsamt schriftlich mitzuteilen (§ 16 Abs. 1 BEEG). Die Elternzeit wird nicht auf die Studienzeit (Fachsemester) angerechnet (§ 20 BEEG). Während der Elternzeit können Eltern einer Erwerbstätigkeit von bis zu 30 Stunden im Monat nachgehen (§ 15 Abs. 4 BEEG).

Beurlaubung:

Auch studierende Eltern können sich auf Antrag im Prüfungsamt beurlauben lassen. Im Gegensatz zu Beurlaubungen wegen anderer Gründe, können wegen Kindererziehung beurlaubte Studierende weiterhin an Lehrveranstaltungen teilnehmen und sogar Prüfungsleistungen während des Urlaubssemesters erbringen (§ 61 Abs. 3 Satz 2 LGH). Gleiches gilt für die Zeiten der Pflege einer oder eines nahen Angehörigen im Sinne von § 7 Abs. 3 des Pflegezeitgesetzes, die  oder der pflegebedürftig im Sinne der §§ 14 und 15 des Elften Buches des Sozialgesetzbuches sind. Diese Beurlaubungszeiten werden nicht auf die zwei-Semester-Grenze bei Beurlaubungen angerechnet (§ 61 Abs. 3 Satz 3 LHG). Urlaubssemester zählen nicht als Fachsemester. Während der Urlaubssemester wird KEIN BAföG gezahlt, erst bei der Wiederaufnahme des Studiums erfolgen weitere Zahlungen. Bei Beurlaubung wegen Pflege und Erziehung eines Kindes können studierende Eltern einen Antrag auf Arbeitslosengeld II nach dem SGB II stellen.