Neues Kernspinresonanz-Spektrometer

v.l. Prof. Dr. P. Weller, Prof. Dr. H. Schulz, Dr. M. Grebe
v.l. Prof. Dr. P. Weller, Prof. Dr. H. Schulz, Dr. M. Grebe

Das Institut für Instrumentelle Analytik der Hochschule Mannheim konnte ein 300 MHz FT-NMR-Spektrometer für Lehre und Forschung anschaffen. Sie ist eine der wenigen Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit solch einem System

 

Anfang April 2016 konnte das neu aufgebaute 300 MHz Kernspinresonanz-Spektrometer offiziell in Betrieb genommen werden und wurde in einer feierlichen Zeremonie, der traditionellen „NMR-Taufe“, auf den Namen „Felix“ getauft. Die Namensgebung erfolgte zu Ehren des schweizerisch-amerikanischen Physikers Felix Bloch, der 1952 zusammen mit seinem Kollegen Edward Mills Purcell den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung des Kernresonanz-Effekts erhalten hat.

Die Kernresonanz-Spektroskopie ist ein modernes Molekülspektroskopie-Verfahren, das zur Strukturanalyse von Molekülen eingesetzt wird und den molekularen Fingerabdruck eines untersuchten Moleküls erzeugt, indem die Probe in einem starken Magnetfeld mittels hochfrequenter Impulse bestrahlt wird. Damit kann beispielsweise das Ergebnis einer komplexen organischen Synthese im Hinblick auf wichtige Parameter, wie Struktur, Isomerie, Stereochemie oder auch Raumstruktur überprüft und bestätigt werden. Die NMR-Spektroskopie ist daher integraler Bestandteil in der modernen Forschungs- und Entwicklungslandschaft von Wirk- und Effektstoffen aller Art.

Daneben eignet sich diese Technik auch zur Verifizierung der Authentizität von Lebensmitteln, Pharmazeutika oder auch Schmierstoffen, deren „Fingerprint“ typisch für den Entstehungs- oder Herstellprozess sein kann. So kann damit beispielsweise die Herkunft und Authentizität von Honig oder Olivenöl bestimmt werden, eines der Forschungsgebiete von Prof. Dr. Philipp Weller, Leiter der instrumentellen Analytik an der Fakultät für Biotechnologie der Hochschule Mannheim.

Das NMR-System wurde von Weller aus Drittmitteln beschafft und zusammen mit Dr. Markus Grebe von der Hochschule Mannheim Transfer gGmbH (HMT) im Labor des Instituts für Organische Chemie aufgebaut. Die Kosten für die Inbetriebnahme und den laufenden Betrieb von „Felix“ können durch die Abwicklung von internen, wie auch externen Auftragsmessungen über die HMT abgedeckt werden. EIn solches System ist erst lohnend, wenn sich mehrere Nutzer übergreifend beteiligen.

„Wir rücken mit diesem NMR-Spektrometer in eine neue Liga der Analytik an Hochschulen auf. Bislang gibt es nur wenige Hochschulen in Deutschland, die ein NMR-System betreiben, da die Anschaffung sehr teuer ist und man gut ausgebildetes Personal für den Betrieb benötigt, der sehr aufwändig ist“, freut sich Weller. „Felix lässt sich sowohl in der Forschung als auch der Lehre hervorragend einsetzen, weil es zum einen den Zugang zu vielen Forschungsthemen vereinfacht, zum anderen hilft es im Lehrbetrieb bei der Vermittlung aktueller Techniken. Wir werden NMR-Messungen aber auch als Dienstleistung für externe Kooperationspartner anbieten können und somit einen Rückfluss an die Hochschule gewährleisten.“, fasst Weller zusammen.

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