„Erwischt“: Hochschule Mannheim und Landeskriminalamt Baden-Württemberg entwickeln YouTube-Erklärvideos für straffällig gewordene Jugendliche

Zusammen mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) hat die Hochschule Mannheim eine YouTube-Reihe mit leicht verständlichen Erklärvideos zum Thema Jugendstrafverfahren entwickelt. Sie sollen das polizeiliche Personal vor Ort dabei unterstützen, die jugendlichen Straftäterinnen und Straftäter sowie deren Eltern über ihre Rechte zu informieren.

Foto: Stephan Ditgens

Junge Menschen, die straffällig geworden sind, haben seit 2019 ein umfassendes Auskunfts-und Informationsrecht über den Verlauf ihres Strafverfahrens. Dies erfolgte bisher lediglich über ein schriftliches Merkblatt, das jugendliche Beschuldigte und ihre Eltern über deren Rechte und den Ablauf eines Jugendstrafverfahrens informiert. Um die Inhalte verständlich und zielgruppengerecht zu vermitteln, schlossen das LKA Baden-Württemberg und die Hochschule Mannheim einen Kooperationsvertrag. So konnten wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Anforderungen der Praxis kombiniert und gemeinsam sieben kurze Videos entwickelt werden, die ab sofort auf dem YouTube-Kanal des Programms Polizeiliche Kriminalprävention (ProPK) zur Verfügung stehen.
 
Den wissenschaftlichen Part der Produktion übernahm Ulla Törnig, Professorin für Rechtswissenschaft an der Fakultät für Sozialwesen der Hochschule Mannheim. Seit dem Sommersemester 2019 untersuchte sie, wie die zielgruppengerechte Vermittlung gelingen kann. In Lern- und Forschungswerkstätten wurde von Studierenden ein Grundmodell für Erklärvideos entwickelt, welches in einer Feldstudie auf Praxistauglichkeit geprüft und anschließend weiterentwickelt wurde. 
 
Die Erkenntnisse aus der Studie wurden in der Videoreihe „Erwischt?! Was jetzt…“ umgesetzt. Die sieben Kurzvideos thematisieren alle relevanten Informationen zum Jugendstrafverfahren in einfacher Form und Sprache und basieren inhaltlich auf dem Merkblatt des LKA. Dementsprechend werden etwa die Fragen „Wie beginnt ein Ermittlungsverfahren?“, „Welche Rechte hast du, wenn du beschuldigt wirst?“ oder „Wie läuft eine Hauptverhandlung ab?“ beantwortet. In einem nächsten Schritt ist u. a. die Übersetzung der Videos in weitere Sprachen vorgesehen.
 
Zur Videoreihe auf YouTube


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