Hochschule Mannheim feiert Hochschultag und zeigt Stärken angewandter Forschung auf

Mehr als 100 Gäste feierten am 28. November den Hochschultag in der Aula der Hochschule Mannheim. Neben Einblicken in aktuelle Forschungs- und Start-up-Projekte der Hochschule gab Rektorin Prof. Dr. Astrid Hedtke-Becker bekannt, dass sie Ende August 2023 in den Ruhestand treten wird. Zudem wurden neben dem Lehr- und Nachhaltigkeitspreis die besten Absolventinnen, Absolventen und Studierenden des vergangenen Studienjahres mit Preisen ausgezeichnet.

Rektorin Prof. Dr. Astrid Hedtke-Becker, Foto: Alexander Münch

Aktuelle Forschungsprojekte und junge Forschende wolle man präsentieren und zeigen, was alles in der Hochschule los sei. Die Feier des ersten Hochschultags in Präsenz nach pandemiebedingter Pause ist aber auch die letzte von Prof. Dr. Astrid Hedtke-Becker: in ihrer Eröffnungsrede verkündete die Rektorin der Hochschule den mehr als 100 geladenen Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, dass sie Ende August 2023 in den Ruhestand treten wird. Der Festakt zum 125-jährigen Jubiläum der Ingenieursschule Mannheim – dem Vorläufer der heutigen Hochschule – im Oktober des kommenden Jahres wird somit ohne sie stattfinden, aber sie freue sich auf viele weitere Veranstaltungen und Ereignisse, die in ihre verbleibende Amtszeit fallen. Die Teilnahme an der Bundesgartenschau, auf der sich die Hochschule nächstes Jahr sechs Wochen lang präsentieren wird, gehöre auf jeden Fall dazu.

Promotionsrecht für Hochschulen für angewandte Wissenschaften gerechtfertigt

Der diesjährige Hochschultag stand unter dem Leitthema „Innovative Hochschule“, auf welches in den zahlreichen Redebeiträgen und Vorträgen immer wieder eingegangen wurde. Prorektor für Forschung, Technologietransfer und Internationalisierung, Prof. Dr. Mathias Hafner, zeigte sich in seiner Rede erfreut über das vor kurzem erhaltene Promotionsrecht für die baden-württembergischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften und bewies eindrücklich, dass die Hochschule Mannheim bereits seit Mitte der 1990er Jahre sehr erfolgreich Promotionen betreut. Das neue Promotionsrecht und die Mitgliedschaft im landesweiten Promotionsverband – in dem aktuell 15 Professorinnen und Professoren die Voraussetzungen für die Betreuung einer Promotion erfüllen – ist gebunden an den regelmäßigen Nachweis von Forschungsaktivitäten. Man wünsche sich diesen qualitätsgesicherten Forschungsnachweis  auch an manchen Universitäten, so Prof. Hafners Einschätzung.

Einen Einblick in ein aktuelles Promotionsprojekt gab dann direkt Sarah Hörner, die dem Publikum die Entwicklung neuer Modellsysteme für neuromuskuläre Erkrankungen dank Stammzellen sehr verständlich und bildhaft vermitteln konnte. Die Doktorandin am Institut für Molekular- und Zellbiologie erklärte, dass Stammzellen im Labor lernfähig sind, es jedoch einiger „Schulstunden“ bedarf bis sie „ausgebildet“ sind und ihre Funktion als Muskelzellen erfüllen können. Und auch Start-ups sind wichtige Innovationstreiber an Hochschulen. Martin Hoppe vom Heidelberger Robotik-Start-up Symovo beschrieb den Prozess von der Gründungsidee bis zur heutigen Marktreife des von seinem Team entwickelten Roboters für mittelständische Logistikunternehmen. Der Prototyp des Roboters, der am Abend auch besichtigt werden konnte, wurde an der Hochschule Mannheim entwickelt. Maßgeblich dafür waren die wissenschaftliche Betreuung des jungen Gründungsteams, Unterstützung bei Beantragung von finanziellen Mitteln, die Nutzung der Infrastruktur und vor allem das Netzwerk der Professorenschaft, von dem Symovo maßgeblich profitieren konnte. Der Erfolg des Start-ups spricht deshalb auch für sich: Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) sowie der Projektträger VDI/VDE-IT hatten das Start-up im Juli diesen Jahres als innovatives Gründungsvorhaben eingestuft und unterstützen es für ein Jahr mit mehr als 100.000 Euro.

Lehrpreis für innovatives Lehrkonzept und Nachhaltigkeitspreise verliehen

Der im Juli berufene Prorektor für Lehre, studentische Dienstleistungen und Nachhaltigkeit, Prof. Dr. Klaus Beck, verlieh zwei Preise, die in sein Prorektorat fallen. Der Albert und Anneliese Konanz-Lehrpreis für besondere Leistungen in der Lehre ging an Prof. Dr. Moritz Klenk. In seinem Kurzvortrag zeigte der 2020 berufene Professor für Kulturwissenschaften an der Fakultät für Gestaltung, wie er zu Beginn der Pandemie seinen Studierenden Lehrinhalte über einen Podcast vermitteln konnte und somit der „Zoom-Fatigue“ entgegenwirkte. Der Lehrpreis ist mit 4.000 Euro dotiert und wird von der Albert und Anneliese Konanz-Stiftung zur Verfügung gestellt.

Zum ersten Mal wurde der Nachhaltigkeitspreis der Stadt Mannheim (Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung) verliehen. Bewerben konnten sich herausragende studentische Projekte, Initiativen oder Abschlussarbeiten mit Nachhaltigkeitsbezug. Aus den sieben Einreichungen wählten die Vertreterinnen und Vertreter des Fachbereichs den studentischen „Arbeitskreis Nachhaltigkeit“ der Hochschule und die Studienarbeit von Vanessa Lohmann aus. Der Arbeitskreis überzeugte durch seine Anstrengungen, die Hochschule Mannheim ganzheitlich nachhaltiger zu gestalten und die Initiative zur Etablierung eines sogenannten Green Office im nächsten Jahr. Vanessa Lohmann, Bachelorstudentin der Elektrotechnik, analysierte in ihrer Studienarbeit sogenannte Stromnetzbooster, die als Pufferlösungen bei Engpässen der Netzbelastung eingesetzt werden und ein wichtiges technologisches Konzept im Hinblick auf den Ausbau von erneuerbaren Energien sind. Beide Preisträger erhalten 500 Euro Preisgeld.

Zudem wurden folgende Preise an herausragende Absolventinnen, Absolventen und Studierende verliehen:

  • Fritz-Leonhard-Reuther-Preis des Verein der Freunde der Hochschule Mannheim für Andressa Baierle Baldissera, B.Sc., Absolventin des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit der Fakultät für Sozialwesen für den besten Abschluss im Studienjahr;
  • Preis der Karl-Völker-Stiftung an Alexander Haake, M.Sc. für seine Masterarbeit mit dem Titel »Additive Fertigung und applikationsnahe Testung druckentlasteter Wellendichtringe sowie Bau einer geeigneten Prüfeinrichtung«, angefertigt im Masterstudiengang Maschinenbau der Fakultät für Maschinenbau;
  • Carl-Isambert-Preis für Sicherheitstechnik und Umweltschutz des TÜV SÜD an Gottfried Witiko Friedrich Wladika, M.Sc. für seine Masterarbeit mit dem Titel »Entwicklung von Standard-Lagerhallen mit Anforderungen an den Explosionsschutz«, angefertigt im Masterstudiengang Verfahrens- und Chemietechnik der Fakultät für Verfahrens- und Chemietechnik;
  • Förderpreis der BASF SE an Lukas Rohen, Student im Bachelorstudiengang Elektrotechnik der Fakultät für Elektrotechnik, und Franziska Jordan, Studentin im Bachelorstudiengang Verfahrens- und Chemietechnik der Fakultät für Verfahrens- und Chemietechnik für die besten Ergebnisse im Grundstudium aus den Fakultäten für Elektrotechnik sowie Verfahrens- und Chemietechnik;
  • Pepperl+Fuchs-Förderpreis an Tim Lindner, Student im Bachelorstudiengang Nachrichtentechnik/Elektronik der Fakultät für Informationstechnik, und Luca David, Student im Bachelorstudiengang Technische Informatik der Fakultät für Informationstechnik für die besten Ergebnisse im Grund­studium in den Bachelorstudiengängen Informationstechnik/Elektronik und Technische Informatik der Fakultät für Informationstechnik;
  • Preise der SKF GmbH an Dana Reulein, M.Sc., für ihre Masterarbeit mit dem Titel: »Optimized Charging of Stationary and Electric Vehicle Batteries considering Energy Prices and Grid Services«, angefertigt im Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen sowie Frederic Mandel, B.Sc., Bachelorabsolvent Maschinenbau der Fakultät für Maschinenbau als besten Absolventen der Fakultät für Maschinenbau und Daniel Moosmann, Student im Bachelorstudiengang Maschinenbau der Fakultät für Maschinenbau für das beste Ergebnis im Grundstudium des Studiengangs Maschinenbau;
  • Die Karin & Carl-Heinrich Esser-Stiftung verlieh einen Preis für »Soziale Innovation« an Ronja Tamara Storck, M.Sc. für ihre Masterarbeit »Selbsthilfegruppen im Kontext von Long COVID bei Kindern und Jugendlichen«, angefertigt im Masterstudiengang Soziale Arbeit an der Fakultät für Sozialwesen der Hochschule Mannheim sowie einen Preis für »Soziales Engagement« an Lena Weisbrod, Studentin des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit an der Fakultät für Sozialwesen, für ihr langjähriges, ehrenamtliches Engagement in einer inklusiven Jugendtheatergruppe in der Region Kraichgau.

Fotos der Veranstaltung finden Sie hier


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