Hochschule Mannheim ist Partner im neuen, zukunftsweisenden Forschungsverbund zu Leichtbauwerkstoffen

Die Hochschulen Aalen, Mannheim und Ulm freuen sich über die Förderzusage zur Einrichtung eines neuen Forschungsverbundes zum Thema kohlefaserverstärkte Leichtbauwerkstoffe. Der Forschungsverbund SPANTEC-light wird durch das Land Baden-Württemberg im Programm „Zentren für Angewandte Forschung an Fachhochschulen“  (ZAFH) für zunächst drei Jahre mit rund €1,2 Millionen unterstützt. Am Verbund unter der Federführung der Hochschule Aalen sind neben den drei Hochschulen zahlreiche regionale und bundesweite Unternehmen beratend beteiligt. Im Mittelpunkt stehen die Analyse und die Anwendung innovativer Faserverbundwerkstoffe, die zunehmend im Automobil- und Maschinenbau aber auch in der Energie- und Umwelttechnologie eingesetzt werden.

Im Angesicht von Energiewende und Rohstoffknappheit  haben sich die Reduzierung des Energieverbrauchs, die Schonung limitierter Rohstoff-Ressourcen sowie der Zwang zur Verringerung der Produktionskosten zu Innovationstreibern entwickelt. Neue Produkte und Verfahren, die z. B. im Bereich der Elektromobilität oder der regenerativen Energien eingesetzt werden, müssen diesen aktuellen Entwicklungen und Trends Rechnung tragen. Daraus resultiert ein massiver Forschungs- und Entwicklungsbedarf, der sich sowohl auf Bereiche der Grundlagen- als auch der angewandten Forschung erstreckt.

Der Forschungsverbund ZAFH SPANTEC-light adressiert dringende Fragestellungen  aus dem Bereich der Werkstofftechnik und des Leichtbaus. Wie lassen sich neue Werkstoffe wie z. B. faserverstärkte Kunststoffe charakterisieren und wie können die besonderen Eigenschaften dieser Werkstoffe optimal genutzt werden? Wie können sie hergestellt, bearbeitet und letztendlich unter den Gesichtspunkten hoher Werkstoffqualität und niedriger Produktionskosten eingesetzt werden? Wie müssen Werkzeuge zur Bearbeitung dieser neuen Werkstoffe gestaltet sein?

Im neuen ZAFH sind unterschiedlichste Kompetenzen zur Beantwortung dieser Fragestellungen gebündelt.  Die Hochschule Aalen bringt umfassende Kenntnisse zur vollautomatisierten mikroskopischen Charakterisierung von Werkstoffen über Prof. Gerhard Schneider, zu zerstörungsfreien Prüf- und Messverfahren über Prof. Silvia Schuhmacher und zur Charakterisierung und simulationsgestützten Auslegung von Bauteilen über Prof. Volker Knoblauch ein. Prof. Michael Kaufeld von der Hochschule Ulm ist ein renommierter Experte auf dem Gebiet der Zerspanung von Faserverbundwerk­stoffen, während Prof. Paul Feinle von der Hochschule Mannheim auf dem Gebiet der Reibungs- und Verschleißreduzierung ausgewiesen ist. Einschlägige Unternehmen sind beratend in den Verbund integriert: darunter die Carl Zeiss MI GmbH im Bereich Messtechnik und Mikroskopie, die Firma MAPAL Dr. Kress KG als Vertreter der Werkzeughersteller und die Robert Bosch GmbH und Daimler AG als branchenübergreifende industrielle Anwender.

Der Rektor der Hochschule Aalen Gerhard Schneider, der Verbundsprecher, ist begeistert: „Die Einrichtung des neuen ZAFH ist ein wichtiger Meilenstein für den Forschungs- und Innovationsstandort Baden-Württemberg. Baden-Württemberg hat Schwerpunkte im Maschinenbau, der Werkstoffherstellung und im Automobilbereich. Innovationen und das damit verbundene Wachstum in diesen Bereichen werden zukünftig zunehmend auch über den Einsatz neuer Werkstoffe wie z. B. Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe bestimmt werden. Die Eigenschaften neuer Verbundwerkstoffe sowie deren Bearbeitungs- und Einsatzmöglichkeiten sind aber immer noch nicht ausreichend bekannt. Genau hier können wir unsere Forschungskompetenz und unsere engen Kontakte in die Unternehmen einbringen.“

 

Weitergehende Informationen:

Hochschule Mannheim:

Das Kompetenzzentrum Tribologie an der Hochschule Mannheim, das im Rahmen einer Stiftungsprofessur im Wintersemester 1993/94 auf Initiative eines Firmenkonsortiums und der IHK Rhein-Neckar an der Hochschule Mannheim gegründet und seither von Prof. Dr. Paul Feinle geleitet wird, ist mit mehr als 35 verschiedenen hochmodernen tribologischen Spezialprüfständen ausgestattet, die weltweit in dieser Art nur an wenigen Instituten vorhanden sind und mit denen unterschiedlichste, praxisnahe Beanspruchungskollektive von Maschinenelementen abgebildet werden können. Daneben verfügt es über viele wichtigen Geräte und Apparaturen, um physikalische und chemische Kennwerte von Schmierstoffen zu ermitteln, Werkstoff- und Oberflächeneigenschaften zu bestimmen und Verschleißerscheinungen hochgenau zu untersuchen.

Die Hochschule Mannheim bietet ihren über 5000 Studierenden durch die enge Kooperation mit weltweit tätigen Unternehmen und benachbarten Hochschulen in Forschung und Lehre eine wissenschaftliche, anwendungsorientierte Ausbildung in mehr als 30 Bachelor- und Masterstudiengängen. Sie ist eine national und international renommierte Campus-Hochschule mit einer durch viele Rankings belegten exzellenten Lehre, intensiven Forschung, einer klaren inhaltlichen Ausrichtung und einer großen Bandbreite zukunftsträchtiger Studiengänge. An den Schnittstellen Technik, Gestaltung und Sozialwesen entwickelt sie weitere innovative Studienangebote, die von den Studieninteressierten aber auch der Wirtschaft nachgefragt werden.

Zentren für Angewandte Forschung:

Bisher werden seit 2002 neun Zentren für Angewandte Forschung an Fachhochschulen (ZAFH) in Baden-Württemberg gefördert. ZAFH sind landesweite Forschungsverbünde, die hochschulübergreifend und zeitlich befristet zu innovativen Forschungsthematiken im Rahmen einer wettbewerblichen Ausschreibung eingerichtet werden. Das Land Baden-Württemberg möchte mit diesem Programm die Profil- und Schwerpunktbildung im Bereich der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften ausbauen und unterstützen. An der Hochschule Mannheim sind zwei Zentrum für Angewandte Forschung an Fachhochschulen (ZAFH) einrichten. An drei der anderen Zentren ist die Hochschule Mannheim als Kooperationspartner beteiligt.


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