Hochschule Mannheim und Universität Mannheim erhalten 12 Millionen Euro für gemeinsames Projekt zu Technologie- und Wissenstransfer

Die Hochschule Mannheim und die Universität Mannheim sind mit einem gemeinsamen Antrag bei der Förderinitiative „Innovative Hochschule“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erfolgreich: Ab Januar 2023 erhalten beide Mannheimer Einrichtungen für die nächsten fünf Jahre 12 Millionen Euro Förderung für die Umsetzung ihrer Innovations- und Transferstrategie.

Rektor Prof. Dr. Thomas Puhl (Uni MA), Julia Derkau (Uni MA), Rektorin Prof. Dr. Astrid Hedtke-Becker (Hochschule), Prorektor Prof. Dr. Mathias Hafner (Hochschule) und Prof. Dr. Hiram Kümper (Uni MA) (v.l.n.r.) / Foto: Katrin Glückler

Das Verbundprojekt TransforMA der Hochschule Mannheim und der Universität Mannheim gehört zu den geförderten Projekten in der zweiten Förderrunde der Initiative „Innovative Hochschulen“ von Bund und Ländern. In einem gemeinsamen Antrag konnten die beiden Mannheimer Einrichtungen eine überzeugende Strategie für den Wissenstransfer in die Gesellschaft und deren Umsetzungskonzept entwickeln und werden ab Januar 2023 mit 12 Millionen Euro gefördert. Die BMBF-Initiative will Hochschulen darin unterstützen, sich – neben Forschung und Lehre – in den Leistungsbereichen Transfer und Innovation zu profilieren und ihre strategische Rolle in regionalen Innovationssystemen zu stärken. 

Für Prof. Dr. Astrid Hedtke-Becker, Rektorin der Hochschule Mannheim, ist die einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit ein großer Gewinn: „Mit TransforMA positionieren sich die Hochschule Mannheim und die Universität Mannheim gemeinsam als überregionales Kompetenzzentrum für die Gestaltung von vielfältigen Innovations- und Transferprozessen. Der technologische und gesellschaftliche Schwerpunkt und die Industrienähe der Hochschule Mannheim werden durch die international führende sozial- und betriebswirtschaftswissenschaftliche Ausrichtung der Universität Mannheim nicht nur ergänzt, sondern umfassend erweitert.“

Prof. Dr. Thomas Puhl, Rektor der Universität Mannheim, freut sich über den Zuschlag: „Von diesem Projekt wird Mannheim und die ganze Region profitieren. Und es unterstreicht die Stärke des Hochschulstandorts Mannheim: Wir sind nah dran an der Wirtschaft und den Bewohnerinnen und Bewohnern der Region und sehen es als eine unserer Kernaufgaben, forschungsbasierte Lösungsansätze für ihre konkreten Probleme zu liefern.“

Gemeinsam haben beide Einrichtungen ein ambitioniertes Konzept entwickelt, um den Technologie- und Wissenstransfer zu stärken: In enger Kooperation mit regionalen Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft sollen Transformationsbedarfe und ‑prozesse identifiziert und aktiv gestaltet werden. Die geplanten Maßnahmen richten sich an Unternehmen, öffentliche Institutionen und zivilgesellschaftliche Gruppen und ermöglichen innovative Transformationsprozesse sowohl im gesellschaftlichen als auch im wirtschaftlichen Umfeld. Die Entwicklung einer KI-basierten Datenbank beispielsweise soll allen Anspruchs­gruppen ein leichtes Technologie- und Wissensscouting ermöglichen und so für einen niederschwelligen Zugang zu verfügbarem Wissen und Technologien an beiden Hochschulen sorgen. In Reallaboren werden alltägliche Lösungen für nachhaltiges Leben und Haushalten sowie impact-orientierte Business-Modelle entwickelt und erprobt. Die Frage, was die stetig zunehmende Transformationsdynamik unserer Zeit mit Menschen und Organisationen macht, steht dabei stets im Mittelpunkt.

Neben dem Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen und technologischer Expertise konzentriert sich TransforMA insbesondere auf die Vermittlung von Methodenkompetenz und die kontinuierliche Weiterentwicklung von effektiven Formaten. Prof. Dr. Mathias Hafner, Prorektor für Forschung, Technologietransfer und Internationalisierung an der Hochschule Mannheim und verantwortlich für die Gesamtkoordination von TransforMA, weist auf die Vorreiterrolle von Hochschulen hin: „Hochschulen leisten einen wichtigen Beitrag zu Innovationen in ihrer Region. Sie machen Wissen durch Forschung und Lehre verfügbar und bieten Antworten auf aktuelle und zukünftige gesellschaftliche und unternehmerische Fragestellungen. Der erfolgreiche Transfer forschungsgetriebener Lösungen ist ein wechselseitiger Prozess, den wir mit TransforMA vorantreiben wollen.“

An der Universität wird TransforMA von einer Doppelspitze verantwortet. Julia Derkau, Leiterin des Bereichs Bildungsinnovation (ZLBI), betont: „Menschen und Organisationen in Mannheim und der Region unterliegen stetigem Wandel. Diese Veränderungen eröffnen Chancen, können jedoch auch als existenzielle Bedrohung etablierter Systeme und Lebensentwürfe wahrgenommen werden. Mit TransforMA wollen wir dabei unterstützen, diesen Prozess positiv zu gestalten, ungeachtet dessen, ob dieser Wandel durch technologischen Fortschritt, durch gesellschaftliche Veränderungen oder durch wirtschaftliche Entwicklungen verursacht wird.“ Prof. Dr. Hiram Kümper, Inhaber der Carl-Theodor-Professur am Historischen Institut, ergänzt: „TransforMA ist nicht zuletzt ein wichtiges Projekt, um unsere beiden Einrichtungen enger miteinander zu verbinden. Das tut uns wechselseitig gut. Denn es wird das Thema Transfer auch nach innen stärken und die Einrichtungen selbst offen und zugleich im besten Sinne resilient gegenüber den großen Herausforderungen unserer Zeit machen. So können wir die Verantwortung wahrnehmen und das Vertrauen erfüllen, das die Gesellschaft in uns als Zukunftsgestalter setzt.“

TransforMA erhält für die Dauer von fünf Jahren Mittel in Höhe von knapp 12 Millionen Euro. Die Fördermittel werden im Verhältnis 90:10 vom Bund und vom Land Baden-Württemberg getragen. Die Koordination des Projekts übernimmt die Hochschule Mannheim. Am 21. und 22. März 2023 findet die Auftaktveranstaltung für alle bundesweit geförderten Projekte im Mannheimer Schloss statt. 

Zur Projektübersicht

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Die Hochschule Mannheim, Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW), ist eine moderne Campushochschule mit einer lebendigen, fast 125-jährigen Tradition. Die Studiengänge aus den Bereichen Technik, Sozialwesen und Gestaltung sind gekennzeichnet durch hohe Praxisrelevanz und innovative Studienkonzepte. Die ca. 5.400 Studierenden profitieren von direktem Austausch mit Lehrenden und den kleinen Gruppengrößen. Praktische Studiensemester, Kooperationen mit Unternehmen, die Mitwirkung der Studierenden an Forschungs- und Entwicklungsprojekten und die Berufserfahrung der Lehrenden tragen dazu bei, dass sich Absolventinnen und Absolventen hervorragende Berufsaussichten eröffnen. Darüber hinaus gehört die Hochschule Mannheim zu den führenden deutschen HAWs in technologischer und ingenieurwissenschaftlicher Forschung.  

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