Internationale Forschungsgruppe zu Fragen des genetischen Codes

Forschungsgruppe bei einem Treffen an der Hochschule Mannheim

Seit rund 1,5 Jahren besteht eine interdisziplinäre wissenschaftliche Kooperation zwischen einer Gruppe von Professoren der Fakultät für Informatik der Hochschule Mannheim und Wissenschaftlern der Universität Bologna und des Spanish National Research Council im Bereich der mathematischen Modellierung des genetischen Codes. Von Seiten der Hochschule Mannheim sind an der Kooperation Prof. Dr. Elena Fimmel, Prof. Dr. Lutz Strüngmann (Mathematik), Prof. Dr. Markus Gumbel (Medizinische Informatik) und Prof. Dr. Ivo Wolf (Medizinische Bildverarbeitung) beteiligt. Das Wissenschaftlerteam aus Bologna und Spanien vertritt die Disziplinen Molekulare Biologie, Statistik und Physik.

Ziel der gemeinsamen Forschungen ist ein besseres Verständnis für den Übersetzungsprozess zwischen der genetischen Erbinformation und den Bausteinen des Lebens, den Aminosäuren. Der genetische Code basiert auf lediglich vier Basen, die jedoch in Form von Codons (ein Tripel von Basen) auf so vielfältige Weise in der DNA kombiniert werden können, dass eine unglaubliche Vielfalt an Leben – wie man es in der Natur beobachten kann – möglich ist. Obwohl die genetische Information des Menschen bereits 2003 im Human Genome Project entschlüsselt wurde, sind noch viele Fragen ungelöst, insbesondere, warum der genetische Code so ist, wie er ist und welche Mechanismen alle zu seiner Robustheit gegenüber Fehlern beitragen. In der Kooperation werden mathematische Modelle des genetischen Codes und seiner Übersetzung in Aminosäuren mittels mathematischer, statistischer und auch algorithmischer Methoden untersucht und simuliert.

Die Kooperation lebt vom regelmäßigen Austausch zwischen den internationalen Forscherteams, dessen Erfolg sich in den entstandenen gemeinsamen Arbeiten zeigt. Der erste gemeinsame Workshop fand bereits Ende März 2012 in Mannheim statt, weitere folgten in Spanien und Italien. Ende September 2013 ist an der Hochschule Mannheim eine vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unterstützte internationale Tagung zu diesem Thema geplant. Wissenschaftler aus Italien, Frankreich, Spanien, der Schweiz, Israel, den USA und Deutschland werden hierzu erwartet.


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