MIRACUM-Konsortium stellt beim 4. MIRACUM-Symposium in Mannheim die neuesten Forschungsergebnisse vor

Die Fortschritte und Perspektiven des MIRACUM-Projekts, aber auch interessante Aspekte aus der Medizininformatik-Initiative (MII) und dem Netzwerk der Universitätsmedizin (NUM) sind Thema des MIRACUM-Symposiums, das am 15. und 16. Juli in Mannheim als Hybridveranstaltung stattfindet. MIRACUM ist eines von vier Konsortien, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Medizininformatik-Initiative fördert. Gemeinsames Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung in der Medizin bestmöglich zu nutzen, damit die Forschung gestärkt wird und Erkenntnisse aus der Forschung den Patienten tatsächlich erreichen können.

MIRACUM steht für „Medizininformatik in Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin“. Das MIRACUM-Konsortium vereint zehn Universitätsklinika mit ihren Medizinischen Fakultäten (Dresden, Erlangen, Frankfurt, Freiburg, Gießen, Greifswald, Magdeburg, Mainz, Mannheim und Marburg), die Hochschule Mannheim und die Technische Hochschule Mittelhessen sowie den Industriepartner Averbis, Freiburg aus sieben deutschen Bundesländern. Gemeinsames Ziel ist es, klinische Daten, Bilddaten und Daten aus labormedizinischen, molekularen und genomischen Untersuchungen sowohl standortbezogen als auch standortübergreifend über sogenannte Datenintegrationszentren (DIZ) für die Forschung nutzbar zu machen. In MIRACUM werden dazu neue Methoden, Techniken und Werkzeuge der Informationsverarbeitung für die Patientenversorgung und Forschung entwickelt. Das MIRACUM-Symposium mit 50 Präsenz- und 300 Online-Teilnehmern aus den Reihen der MIRACUM-Konsortiums und anderer MII-Konsortien verspricht hochaktuelle Ergebnisse aus Forschung und Patientenversorgung.

Die COVID-19 Pandemie hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig Daten aus der Patientenversorgung und Forschung für das Management und die Bekämpfung von Erkrankungen und Pandemien sind. Da viele Entscheidungen auf unvollständigen Datenbasen getroffen werden mussten, waren die Ergebnisse häufig unbefriedigend. Die große Herausforderung, Daten unterschiedlichster Herkunft nutzbar zu machen, ist die, dass die Daten in unterschiedlichen Systemumgebungen und Dateninseln, teilweise sogar nur auf Papier vorliegen und zusammengeführt sowie standortübergreifend harmonisiert werden müssen. Dies gilt nicht nur für Pandemien, sondern generell für medizinische Daten, die für die Forschung nutzbar gemacht werden sollen, um Diagnostik und Therapie im Sinne der Patienten weiterzuentwickeln.

Die Medizininformatik-Initiative mit den Konsortien DIFUTURE, HiGHmed, MIRACUM und SMITH hat bereits große Erfolge erzielt. Innovative IT-Lösungen ermöglichen den Austausch und die Nutzung von Daten aus der Krankenversorgung sowie der klinischen und biomedizinischen Forschung über die Grenzen von Institutionen und Standorten hinweg. Aus der Analyse der gesammelten Daten ergeben sich neue Erkenntnisse, die in neuen Therapieansätzen münden, etwa zur Behandlung seltener Erkrankungen, der Unterstützung Molekularer Tumorboards und der Patientenrekrutierung für Klinische Studien.

Das MIRACUM-Symposium beschäftigt sich unter anderem mit dem Aufbau und der Weiterentwicklung von Datenintegrationszentren, darauf aufgebauten IT-Lösungen für konkrete Anwendungsfälle und der Zusammenführung von Patientendaten mit Daten von Bioproben. Eine wichtige Rolle spielen dabei ethische Aspekte bei der Nutzung klinischer Daten, Fragen des Datenschutzes (wie Patienteneinverständniserklärungen zur Datenerfassung), die Gewährleistung der IT-Sicherheit sowie die Standardisierung der Patientendaten und Behandlungsprozesse.

Ein weiterer bedeutender Punkt ist die Aus-, Fort- und Weiterbildung für die in der Informationsverarbeitung des Gesundheitswesens Tätigen, in den Bereichen Medizin, Informatik sowie Medizinische und Biomedizinische Informatik. Denn: Der Bedarf an gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften ist sehr hoch und wird immer mehr zu einem Problem für Krankenhäuser und die Gesundheitsindustrie. So sind erste Firmen bereits gezwungen, Ihre Software-Entwicklung in das Ausland zu verlagern.

Die Informationslogistik im Gesundheitswesen soll in der Zukunft ausgebaut werden, indem die MIRACUM-Daten mit der forschungskompatiblen elektronischen Patientenakte (ePA) vernetzt und alle Einrichtungen des Gesundheitswesens (Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Apotheken, Physiotherapeuten, Krankenkassen, Gesundheitsämter) an die Datenintegrationszentren angebunden werden. Ziel ist es, damit zukünftig beispielsweise Lungenerkrankungen oder Hirntumore besser differenzieren und somit Patienten zielgerichteter und wirkungsvoller behandeln zu können.

Weitere Informationen unter: https://www.miracum.org

 

 


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