Rechner statt Hörsaal – das Sommersemester 2020 an der Hochschule läuft bislang virtuell

Wo normalerweise 5000 Studierende den Campus der Hochschule Mannheim bevölkern, herrscht gähnende Leere. Keine Grüppchen von Studierenden sind zu sehen. Die Hörsäle und Institutsräume sind verlassen, die Gänge verwaist. Doch der Schein trügt. Die Hochschule befindet sich mitten im Sommersemester 2020.

Als der Erlass des Wissenschaftsministeriums kam, dass der Präsenz-Vorlesungsbetrieb bis mindestens zum 20. April 2020 ausgesetzt wird, hatten die Vorlesungen an der Hochschule gerade begonnen. Die Erstsemester befanden sich den dritten Tag an der Hochschule. Inzwischen wurden mit Unterstützung und Beratung von Prof. Dr. Sachar Paulus, Prorektor für Digitalisierung, von den Professor*innen in kürzester Zeit eine große Bandbreite an virtuellen Lern-Möglichkeiten geschaffen. Ziel ist, dass Studium so zu gestalten, dass alle Studierenden die Möglichkeit erhalten, Ihre Studienleistungen an der Hochschule Mannheim zu erbringen und alle für dieses Semester vorgesehenen Credits zu erwerben.

Drei Wochen später stellt sich die Frage: Wird das gelingen? Ein Großteil der Professor*innen nutzt die Lernplattform moodle und stellt den Studierenden umfangreiches Material zur Verfügung. Dies können Skripte, Literaturquellen oder Online-Selbsttests und Online-Übungen sein, sowie vertonte Power-Point-Präsentationen. Daneben werden kreative Lösungen angeboten: einige Lehrende erstellen Podcasts oder streamen ihre Vorlesungen. Flankiert werden diese Angebote durch Online-Chats oder Telefonkonferenzen, in denen die Studierenden direkt mit ihren Dozent*innen und Kommiliton*innen kommunizieren können.

„Uns ist bewusst, dass dies für alle Beteiligten eine völlig neue Situation ist, auf die wir uns gemeinsam einstellen müssen. Auch für viele Lehrende ist diese Form des Lehrens und Lernens noch ungewohnt. Die bisherigen Rückmeldungen aus den Fakultäten zur Aufnahme des Online-Lehrbetriebs sind jedoch überwiegend positiv“, so Rektorin Prof. Dr. Astrid Hedtke-Becker.

Die Hochschule erhält auch viel positives Feedback von den Studierenden. Die Zustimmung zum Online-Angebot ist groß. So sagt Maya Kremer-van der Kamp vom AStA: „Für uns Studierende besteht das Lernen nun vermehrt aus dem Selbststudium, mit den Unterlagen der Lehrenden und des Internets, z.B. dem online Angebot der Bibliothek. Wie man diese Ressourcen sinnvoll zuhause nutzen kann, muss nun getestet werden. Viele der Lehrenden bieten bereits online Vorlesungen an, die es ermöglichen, eine Vorlesung anhören zu können, wann immer es passt. Dieses Format ist wünschenswert und wird von uns Studierenden gut angenommen. Es kommt in diesen Zeiten auf gute, sinnvolle Kommunikation an.“

Das Serviceangebot der Hochschule endet allerdings nicht bei der digitalen Lehre. Der Lehr-, Forschungs- und Verwaltungsbetrieb der Hochschule läuft im Rahmen der Möglichkeiten in geordneten Bahnen weiter. Ein großer Teil der Beschäftigten der Hochschule Mannheim arbeitet dabei inzwischen von zu Hause. Die digitalen Angebote der Hochschulbibliothek stehen weiterhin rund um die Uhr zur Verfügung. Die Lehre großflächig auf virtuelle Formate zu verlagern, stellte die Campus IT vor einige Herausforderungen – zum Beispiel waren einige der eingesetzten externen Dienste zu Beginn der großen zusätzlichen Last nicht gewachsen – die mit großem Einsatz bewältigt wurden.

„Die Corona-Krise ist auch eine Chance, die Digitalisierung in der Lehre an der Hochschule Mannheim weiter zu entwickeln. Wir alle sind jetzt sozusagen in einem Live-Experiment, das uns dazu zwingt, neue Methoden in der Lehre zu entwickeln. Was nach Corona bleibt, ist sicher ein Weg zum „blended learning“, einer Mischung aus Online- und Präsenzlehre. Wie die richtige Balance aus digitaler und analoger Lehre aussieht, können wir jetzt gemeinsam erarbeiten“, sagt Prof. Paulus.


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