Von der Forschung in die Anwendung: Open Lab Day 2026 stärkt Technologietransfer

Wie gelangen neue Technologien schneller in die industrielle Praxis? Welche wissenschaftlichen Entwicklungen liefern praktikable Antworten auf die aktuellen Herausforderungen von Industrie und Wirtschaft? Welche neuen Technologien, Werkstoffe und Methoden beschleunigen die digitale Transformation und gestalten Fertigungsprozesse nachhaltiger? Und wie können Unternehmen und Forschungslabore gezielter zusammenarbeiten, um Innovationen zu ermöglichen? Beim Open Lab Day 2026 der Technischen Hochschule Mannheim tauschten sich Unternehmen und Forschende gezielt darüber aus, wie Innovationen gemeinsam entwickelt und angewendet werden können.

Open Lab Day an der TH Mannheim

CeMOS Computational Bioanalytics Innovation Lab (Foto: Cordula Boll)

Open Lab Day an der TH Mannheim

Eröffnungsvortrag von Prorektor Prof. Dr. Mathias Hafner (Foto: Cordula Boll)

Open Lab Day an der TH Mannheim

CeMOS KI-Lab "Intelligente Systeme" - Roboterhündin Grace wird für den Einsatz in der Pflege trainiert (Foto: Cordula Boll)

Am heutigen Donnerstag, 16. April, öffneten 18 Labore der TH Mannheim ihre Türen und gaben Einblicke in aktuelle Projekte aus den zentralen Forschungsschwer-punkten der Hochschule: Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, Gesundheits-forschung und Biomedizintechnik sowie nachhaltiges Wirtschaften, Energie und Umwelt. Vertreter*innen aus Industrie, Mittelstand und Start-ups nutzten die Gelegenheit, konkrete Anknüpfungspunkte für Kooperationen zu identifizieren.

Forschung erlebbar machen

In Live-Demonstrationen, Kurzvorträgen und Posterpräsentationen zeigten die Forschungsteams praxisnahe Anwendungen – von KI-gestützter Produktion über Robotik und Sensorik bis hin zu Biotechnologie und nachhaltigen Energiesystemen.

Ein Schwerpunkt lag auf Künstliche Intelligenz und Robotik: Das CeMOS KI-Lab „Intelligente Systeme“ demonstrierte unter anderem KI- und Computer-Vision-Verfahren für sichere Mensch-Roboter-Interaktion, sprachbasierte Robotik und Assistenzrobotik im Pflegeumfeld. Das Institute for Applied Artificial Intelligence and Robotics (A²IR) präsentierte humanoide Robotersysteme für Pflege und Industrie, KI-gestützte Umgebungswahrnehmung sowie die Echtzeit-Analyse von Produktionsdaten.

Auch Labore für virtuelle Technologien und KI-gestützte Szenarioanalysen standen im Fokus: Das Kompetenzzentrum für Virtual Engineering (KVE) führte Anwendungen zu Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR), digitalen Zwillingen und optischer Prozessmesstechnik vor. Das Virtual Innovation Player (VIP) Lab vermittelte anhand von drei Beispielen, wie KI für Szenarioanalysen zur Unterstützung von Wachstumsentscheidungen eingesetzt werden kann.

Einblicke in die Wirkstoffentwicklung bot zudem das CeMOS Computational Bioanalytics Innovation Lab. Weitere Demonstrationen – von Strömungsanalysen im Windkanal bis zu Co-Innovationsprojekten – verdeutlichten die Bandbreite der Forschung an der Hochschule. 

„Mit dem Open Lab Day haben wir ein praxisnahes Transferformat ins Leben gerufen, das Wissenschaft und Wirtschaft direkt miteinander verknüpft“, sagt Prof. Dr. Mathias Hafner bei der Begrüßung „Unternehmen erhalten hier frühzeitige Einblicke in unsere Forschung, können innovative Ansätze live erleben und gemein-sam mit uns neue Projektideen und zukunftsweisende Lösungen entwickeln – immer mit Blick auf ihre gesellschaftliche Verantwortung und den Nutzen für die Region.“

Impuls für Kooperationen

Die Veranstaltung zeigte die Vielfalt der interdisziplinären und anwendungsorientierten Forschung an der TH Mannheim, die darauf abzielt, praxisnahe Lösungen für aktuelle Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln.

„Der Open Lab Day ermöglicht unseren Handwerksbetrieben einen sehr direkten und praxisnahen Einblick in aktuelle Forschung“, sagt Aaron Maier, Berater für Technik, Digitalisierung und Innovation bei der Handwerkskammer Rhein-Neckar-Odenwaldkreis. „Durch den offenen Austausch vor Ort entstehen schnell konkrete Ideen, wie neue Technologien und Ansätze ihren Weg in die betriebliche Praxis finden können. Der direkte Einblick in die Labore und der unkomplizierte Austausch mit den Forschenden machen es leicht, konkrete Anknüpfungspunkte für eine mögliche Zusammenarbeit zu erkennen.“ 

Unternehmen aus Branchen wie Maschinenbau, Chemie, Pharma, Energie, Medizintechnik, IT, Logistik und Bauwesen würdigten den direkten Zugang zu Laboren, Technologien und Fachkräften

„Wir sind Gründungsunternehmen im Mafinex und Mitglied im Cluster Green Industrie Mannheim, über das wir vor allem aufgrund der thematischen Anknüpfungspunkte den Weg an die Hochschule gefunden haben. Die fußläufig erreichbare Infrastruktur, der direkte Draht in die Labore und der Zugang zu Fachkräften schaffen ideale Voraussetzungen, um Ideen schnell weiterzuentwickeln. Für uns bei FRENVI-Materials geht es darum, Kooperationen und vor allem schnell iterativ umsetzbare Anwendungsoptionen zu entwickeln, die unser Unternehmen und die Region voranbringen – genau solche Partnerschaften sind der Motor für echte Transformation hin zu einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Wirtschaft“, ergänzt Dr. Markus Götz, Head of Research and Development, FRENVI.

Die Veranstaltung wurde von TransforMA initiiert und fand nach ihrer Premiere im vergangenen Jahr zum zweiten Mal statt. 

Über TransforMA

TransforMA ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (ehem. BMBF) im Rahmen der Förderinitiative „Innovative Hochschule“ für fünf Jahre mit rund 12 Millionen Euro gefördertes gemeinsames Projekt der Technischen Hochschule Mannheim und der Universität Mannheim. Ziel des Projektes ist es, die Metropolregion Rhein-Neckar bei den großen Transformationsprozessen unserer Zeit zu unterstützen. Mithilfe des Austauschs von Wissen, Ideen und Technologien werden Lösungen für die Herausforderungen von morgen entwickelt. Im Mittelpunkt von TransforMA steht die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um praxisorientierte Lösungen für den demografischen Wandel, die Digitalisierung und den Übergang zu nachhaltiger Produktion zu entwickeln. Gemeinsam mit Partner*innen wie der Stadt Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH fördert TransforMA den Wissenstransfer, um zukunftsfähige Strukturen für die Region zu schaffen.


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