Weitere Förderung für den Forschungscampus M2OLIE – Hochschule Mannheim ist am Millionen-Projekt beteiligt

Bildnachweis: FGV Zentrum, UMM

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Für den Forschungscampus „Mannheim Molecular Intervention Environment" (M2OLIE) hat am 01.06.2019 nach der erfolgreichen mehrstufigen Begutachtung ohne Auflagen die zweite Förderungsphase begonnen. M2OLIE ist einer von aktuell neun „Forschungscampi", die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren gefördert werden. Die für die zweite Phase geplanten Projekte des Mannheimer Forschungscampus werden in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt bis zu 10 Mio. Euro weiter vom BMBF gefördert. Mehrere Institute der Hochschule Mannheim sind aktiv in den Forschungscampus eingebunden.

„Wir freuen uns sehr, dass wir zum Erfolg des Forschungscampus beigetragen haben und gratulieren allen am Antrag für die Weiterförderung Beteiligten für ihr großes Engagement,“ so Prof. Dr. Mathias Hafner Prorektor der Hochschule Mannheim. „Es macht uns stolz, als Kernpartner unsere Kompetenzen insbesondere in den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik und Medizinische Informatik mit in diese umfangreiche, hoch interdisziplinäre Zusammenarbeit einzubringen. Dies wird das Profil der Hochschule Mannheim weiter schärfen“.

In einem Festakt wurden nun in Anwesenheit von Ministerialdirigent Engelbert Beyer, BMBF, und Ministerialdirigentin Dr. Simone Schwanitz, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, die Ergebnisse aus der ersten Förderphase vorgestellt. Nach einen Vortrag von Prof. Dr. Stefan Schönberg, Mitglied des Lenkungsausschusses von M2OLIE, in dem er die Errungenschaften und Perspektiven des Forschungscampus darstellte, und dem Festvortrag von Prof. Dr. Mathias Prokop von der Radboud Universitätsklinik in Nijmegen, Niederlande, fand eine Führung durch die Stationen entlang des Closed-Loop-Prozesses von M2OLIE zum „Krankenhaus der Zukunft" statt. Auch Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Theodor Rietschel, Vorsitzender der 13-köpfigen, hochrangig besetzten Jury zur Förderinitiative „Forschungscampus", nahm an der Veranstaltung teil.

Im Rundgang wurde die Vision von M2OLIE deutlich, eines Tages auch metastasierten Krebs mit Hilfe von modernsten Verfahren der Diagnostik und Therapie mit robotischen Assistenzsystemen zum Closed-Loop-Prozess verknüpft und zeitoptimiert in Form eines One-Stop-Shop, von der Aufnahme des Patienten bis zu seiner Entlassung zu behandeln.

In der ersten Förderphase wurden hierfür komplexe diagnostische und therapeutische Einzelprozesse analysiert, erforscht und optimiert. Dazu gehörten auch die elektronische Patientenaufklärung, neuartige Bildgebungsanalysen, eine automatisierte, roboter-assistierte Nadelplatzierung zur Biopsie und therapeutischen Intervention, die molekulare Klassifizierung von Tumorentitäten mittels Massenspektrometrie und die Einberufung eines Ad-hoc-Tumorboards zur Therapieentscheidung.

In der zweiten Förderphase soll nun der angestrebte Closed-Loop-Prozess einer effizienten und individualisierten Behandlung von Krebspatienten mit Oligometastasen in die klinische Anwendung gebracht werde. Dazu müssen die Einzelschritte unter konsequenter Verwendung automatisierter Abläufe in einen durchgängigen, zeit- und kosteneffizienten Prozess integriert werden. Das ambitionierte Ziel wird es sein, in fünf Jahren die Behandlung sämtlicher Metastasen eines oligometastasierten Krebspatienten mittels individualisierter, minimalinvasiver Therapie als One-Stop-Shop etabliert zu haben und klinisch zu evaluieren.

Mehr als 120 Mitarbeiter aus den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Informatik und Betriebswirtschaftslehre arbeiten unter dem Dach des Forschungscampus zusammen. Die fünf akademischen Partner und 19 Partner aus der haben zusätzlich Eigenbeträge in Höhe von insgesamt über 13 Mio. Euro zugesagt. Beste Voraussetzungen, dass sich M2OLIE nach einer möglichen dritten Förderperiode, der maximalen Förderdauer durch das BMBF von 15 Jahren, verstetigt.


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