Whitepaper des Kopernikus-Projekt „SynErgie“ zur Veränderung des Stromsystems

Teaser

Die Veränderung des Stromsystems, hin zu einem durch einen hohen Anteil an erneuerbaren Energieanlagen geprägten System, führt zu einer zunehmenden Fluktuation des Stromangebots. Um das Stromangebot und die Stromnachfrage zu jedem Zeitpunkt im Ausgleich zu halten, werden zukünftig vermehrt Flexibilitäten, u.a. auf der Nachfrageseite, benötigt. Das aus dem BMBF-geförderten Kopernikus-Projekt „SynErgie“ entstandene Whitepaper „Industrial Flexibility Options and their Applications in a Future Energy System“ (Link zu publica.fraunhofer.de/dokumente/N-639062.html) zeigt auf, welche Einsatzmöglichkeiten, bspw. die Vermarktung auf Energy-Only Märkten oder Erbringung von Systemdienstleistungen, es im Stromsystem gibt.

Zusätzlich wird aufgezeigt welche Flexibilitätsoptionen, im Speziellen welche Maßnahmen innerhalb der industriellen Nachfrageflexibilität, für diese Einsatzmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Basierend darauf, wurde ein Abgleich der Charakteristika der Flexibilitätsoptionen mit den Anforderungen der Einsatzmöglichkeiten durchgeführt, ein sogenanntes Matching. Zu diesem Zweck verwendeten die Hochschule Mannheim, das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), das Institut für Energieeffizienz der Universität Stuttgart (EEP) sowie das Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement und die Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT (FIM/FIT) eine innerhalb von SynErgie erhobene Datengrundlage. Das Matching zeigt, dass die Maßnahmen innerhalb der industriellen Nachfrageflexibilität für viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten nutzbar sind und einen Beitrag zur Deckung des zukünftigen Flexibilitätsbedarfs leisten können.

Auf der Basis der Ergebnisse und in Einklang mit dem SynErgie Positionspapier wurden Implikationen für politische Entscheidungsträger*innen erarbeitet, welche notwendige Veränderungen in der Anreizgestaltung für Maßnahmen im Rahmen der industriellen Nachfrageflexibilität, dem Marktzugang für Flexibilitätsanwendungen sowie dem Abgaben- und Steuersystem nahelegen. Darüber hinaus fordert das Autorenteam standardisierte Kommunikationsprotokolle für Flexibilität zur vereinfachten Kommunikation zwischen verschiedenen Akteuren im Stromsystem sowie weiterer praxisorientierte Forschungsarbeit.


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